Feindbild Roma

Ihre Diebesbanden, Betteltouren und Strassenprostitution machen die Roma berüchtigt. Viele sind auf der Flucht vor Armut und Verfolgung. Die negativen Schlagzeilen prägen ihr Bild. Sie lösen Verunsicherung und Ängste aus. Was sind die Fakten, was die Vorurteile?

Ihre Diebesbanden, Betteltouren und Strassenprostitution machen die Roma berüchtigt. Viele sind auf der Flucht vor Armut und Verfolgung in ihren Heimatländern. Die negativen Schlagzeilen prägen das Bild der Roma. Ihre Anwesenheit löst Verunsicherung und Ängste aus.

Was sind Fakten, was Vorurteile? Wer sind die Roma wirklich? Was machen sie in der Schweiz und wie kann ihre Suche nach einem würdigen Leben mit Arbeit und Zukunft unterstützt werden?

Gesprächsgäste

  • Mustafa Asan, Doppelbürger Schweiz/Mazedonien, Roma
  • Stefan Heinichen, Leiter «Rroma Contact Point Zürich»
  • Alexander Ott, Chef Fremdenpolizei Stadt Bern
  • Julia Kuruc, Sozialarbeiterin bei der Frauenberatung «Flora Dora» am Strassenstrich in Zürich
  • Brigitte Hagmann, Leiterin Abteilung Westbalkan DEZA/EDA
  • Martin Heule, Volkskundler

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei

  • Martin Heule, Volkskundler

    Martin Heule, Volkskundler

    «Roma sind ein grosses europäisches Volk, dem übel mitgespielt wurde. Alle Europäer stehen in der Pflicht, den Roma bei der Lösung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Probleme zu helfen.»

  • Mustafa Asan, Doppelbürger Schweiz/Mazedonien, Roma

    Mustafa Asan, Doppelbürger Schweiz/Mazedonien, Roma

    «Viele meiner Roma-Kollegen und Kolleginnen haben Angst, öffentlich zu sagen, dass sie Roma sind. Sie befürchten, ihre Existenz zu verlieren. Ich habe mich entschieden, offen zu meinen Roma-Wurzeln zu stehen.»

  • Alexander Ott, Chef Fremdenpolizei Stadt Bern

    Alexander Ott, Chef Fremdenpolizei Stadt Bern

    «Bettelei, Diebestouren und Prostitution werden bandenmässig betrieben. In Bussen kommen die Roma angefahren, verteilen sich über die Stadt und betteln, stehlen oder prostituieren sich. Die Ursachen sind Armut und fehlende Bildung. Seit wir angekündigt haben, genau hinzuschauen und Massnahmen einzuleiten, sind diese verschwunden.»

  • Brigitte Hagmann, Leiterin Abteilung Westbalkan DEZA/EDA

    Brigitte Hagmann, Leiterin Abteilung Westbalkan DEZA/EDA

    «Die Roma konnten vom wirtschaftlichen Fortschritt in Südosteuropa kaum profitieren, weil sie als ethnische Minderheit vom sozialen Leben ausgeschlossen sind. Verschiedene Programme der Schweiz zielen deshalb darauf ab, dass die Anliegen der Roma gehört werden. Obwohl sich die Situation nicht einfach gestaltet, ermutigen erste Erfolge aber zur weiteren Zusammenarbeit.»

  • Julia Kuruc, Sozialarbeiterin bei «Flora Dora» in Zürich

    Julia Kuruc, Sozialarbeiterin bei «Flora Dora» in Zürich

    «Ich arbeite als Beraterin von Prostituierten am Zürcher Sihlquai, viele von ihnen sind Roma-Frauen aus armen Verhältnissen in Ungarn. Ich habe sie besucht. Daraus ist eine Zusammenarbeit zwischen und und den Frauen in Ungarn entstanden. Das Ziel: Den Roma-Prostituierten, die aus Zürich heimkehren, dort weitere Betreuung und Unterstützung zu bieten.»

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  • Stefan Heinichen, Leiter «Rroma Contact Point Zürich»

    Stefan Heinichen, Leiter «Rroma Contact Point Zürich»

    «Mein Wunsch und meine Bitte an die Allgemeinheit: Roma als Menschen begegnen und nicht als Feindbild, das sich aus Vorurteilen nährt.»

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