Flüchtlingswelle aus Afrika - was tut die Schweiz?

  • Dienstag, 17. Juni 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 17. Juni 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 18. Juni 2014, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 18. Juni 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 19. Juni 2014, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 19. Juni 2014, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 21. Juni 2014, 14:10 Uhr, SRF info

Noch nie wurden so viele Bootsflüchtlinge auf der lebensgefährlichen Überfahrt nach Europa aufgegriffen. Italien fühlt sich im Stich gelassen. Viele der Flüchtenden ziehen nordwärts. Die Schweiz ist Ziel- oder Durchgangsland. Humanität und Realpolitik stehen auf dem Prüfstand. Wie voll ist das Boot?

Allein im ersten halben Jahr hat die italienische Küstenwache 50‘000 Flüchtlinge aus Afrika aufgegriffen. Um Tragödien zu vermeiden, sucht sie auf offener See nach überfüllten Booten und rettet die Menschen. Viele von ihnen strömen später anderen europäischen Ländern entgegen: Die Syrer wollen meist nach Deutschland oder Schweden, die Eritreer eher in die Schweiz. Im Hauptbahnhof von Mailand versorgen wohltätige Tessiner Frauen syrische Familien auf ihrer Flucht. Grössere Kontingente von ihnen aufzunehmen, hat der Nationalrat diese Woche abgelehnt.

Die Schweizerische Asylpolitik bleibt ein steter Zankapfel. Welchen und wie vielen Flüchtlingen soll Aufnahme gewährt werden? Angst und Polemik bestimmen die Debatte. Verlässliche Zahlen zeigen, dass von den über 45 Millionen weltweiten Flüchtlingen nur knappe 10% das europäische Festland erreichen. Das kann angesichts der sichtbaren Not vor unserer Haustür nicht beruhigen. Dass Menschen auf der Flucht geholfen werden muss, sagen alle und wissen jedoch auch, dass die Schweiz allein das Problem nicht lösen kann. Humanitäre Ideale und realpolitische Lösungen stehen darum auf Konfliktkurs. Anlässlich des kommenden Internationalen Flüchtlingstages vom 20. Juni diskutiert Karin Frei im «Club» über die offenen Fragen.

Gesprächsgäste:

Susin Park, Leiterin UNHCR Büro für die Schweiz und Liechtenstein
Leyla Kanyare, Ürsetzering, 1991 aus Somalia geflüchtet
Gerhard Pfister, Nationalrat CVP/ZG
Kaspar Surber, Journalist WOZ, Buchautor «An Europas Grenze»

Beiträge

  • Karin Frei

    Das Thema und die Gäste der Sendung:

  • Leyla Kanyare

    Vor Krieg und Bomben mit zwei Kleinkindern im Arm aus Somalia geflüchtet:

  • Gerhard Pfister

    Wirtschaftliche Perspektivlosigkeit ist ein legitimes Fluchtmotiv, dennoch müssen wir auf die gesetzlich definierten Asylgründe pochen:

  • Kaspar Surber

    Politische, wirtschaftliche und andere Fluchtgründe vermischen sich - und die Schweiz könnte viel mehr für die Flüchtenden machen:

  • Susin Park

    90% der Flüchtlinge bleiben in der Herkunftsregion - nur ein kleiner Bruchteil kommt nach Europa:

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