Grenzenloser Terror - was kommt noch auf uns zu?

«Nun ist genug!», sagte die britische Premierministerin Theresa May nach dem jüngsten Anschlag in London. Die Terror-Attacken häufen sich. Weshalb jetzt? Wird genug getan? Und wohin führt diese Verunsicherung?

Der Islamische Staat ist in Bedrängnis. Sind es frustrierte Heimkehrer, die jetzt hier ihr Unwesen treiben? Oder wie lässt sich das Phänomen erklären, dass Terror-Attacken in immer kürzeren Abständen stattfinden? Wird von Seiten der Behörden genug getan?

Fakt ist: Die Angst geht um und verunsichert. An Grossanlässen. Im Umgang mit anderen Kulturen. Terror verursacht Panik wie z.B. beim Public Viewing des Champions League Finals in Turin. Wird diese Angst zu unserem ständigen Begleiter? Und wie gefährlich ist sie für das Zusammenleben der Kulturen?

Im «Club» unter der Leitung von Urs Gredig diskutieren u.a. folgende Fachleute über die aktuelle Situation und über Massnahmen gegen die allgegenwärtige Bedrohung:

Mauro Mantovani, Sicherheitsexperte, Militärakademie ETH Zürich
Kurt Pelda, Reporter und Islamexperte Tages-Anzeiger
Bilgin Ayata, Assistenzprofessorin für politische Soziologie, Uni Basel
Bruno Keller, Chef Sicherheitspolizei, Kantonspolizei Zürich
Francis Cheneval, Professor für Politische Philosophie, Universität Zürich

Positionen

Mauro Mantovani: «Ich rechne damit, dass mittelfristig auch in der Schweiz ein Terroranschlag passieren könnte und ich habe meinen Kindern empfohlen, grössere Menschenansammlungen zu meiden.»

Kurt Pelda: «Die Gefahr des islamistischen Terrors wird in der Schweiz unterschätzt. Es wurden bereits mehrere Komplotte aufgedeckt.»

Bilgin Ayata: «Die zunehmende Verunsicherung in der Gesellschaft erfordert einen verantwortungsvollen Umgang seitens der Politik und der Medien. Eine Politik der Angst spielt genau in die Hände jener, die mit diesen Anschlägen mehr Gewalt und Spaltung erzeugen wollen.»

Bruno Keller: «Bei der Terrorbekämpfung sind wir alle gefordert und mitverantwortlich.»

Beiträge

  • Urs Gredig stellt die Gäste vor

  • «Auf Dauer bleiben wir vor einem Anschlag nicht verschont.»

    Für den Sicherheitsexperten Mario Mantovani haben wir in der Schweiz aus Sicht der Terroristen «lohnende Ziele». Im Vergleich zum Ausland haben wir ein dünnes Sicherheitsdispositiv, ist er der Meinung.

  • «Angst ist ein schlechter Ratgeber.»

    Das Risiko für Anschläge könnte noch für eine Weile andauern oder sogar zunehmen, schätzt Reporter und Islamexperte Kurt Pelda ein. Doch wir sollten uns von der Angst nicht beeinflussen lassen.

  • «Wir haben das Gefühl, wir sind nah an der Gefahr.»

    Die Politische Soziologin Bilgin Ayata beobachtet, dass wir durch die Medien und sozialen Kanäle einen unvermittelten Zugang zu Terroranschlägen und anderen Katastrophen auf der Welt haben. Darum meinen wir, ganz nah dran zu sein und die Angst nimmt zu.

  • «Wir haben alle eine Mitverantwortung.»

    Bruno Keller, Chef Sicherheitspolizei der Kapo Zürich, fordert die Bevölkerung auf, Verdächtiges zu melden. Die Polizei sei bei Meldungen viel sensibler geworden und nehme solche Meldungen ernst.

  • «Insgesamt hat eine Gewaltverminderung stattgefunden.»

    Der Politische Philosoph Francis Cheneval macht darauf aufmerksam, dass es im Vergleich zur Vergangenheit weniger Gewalt gibt und wir heute eine viel höhere Lebenserwartung haben. Auch haben wir als Gesellschaft die Risiken sehr gut im Griff. Insgesamt habe eine Gewaltverminderung stattgefunden.

Mehr zum Thema