Katastrophen und Kriege – was dürfen Bilder zeigen?

  • Dienstag, 29. Juli 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 29. Juli 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 30. Juli 2014, 2:30 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 30. Juli 2014, 8:35 Uhr, SRF info
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    • Donnerstag, 31. Juli 2014, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 31. Juli 2014, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 2. August 2014, 9:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 2. August 2014, 10:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 2. August 2014, 14:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 2. August 2014, 15:25 Uhr, SRF info

Entstellte Körper, Soldaten mit Puppen, Leichenteile. Der Flugzeugabschuss über der Ukraine schockierte die Menschen - die Bilder der Katastrophe ebenso. Welche sind voyeuristisch und verletzend? Sensationslust, Informationspflicht und Menschenwürde stehen auf dem Prüfstand – auch im «Medienclub».

Die Bilder vom Ort des Grauens gingen um die Welt. Auf der Webseite der renommierten Fotoagentur Magnum sind einige von ihnen immer noch zu sehen: Zwischen rauchenden Trümmerteilen liegen entstellte Körper, ein abgerissener Fuss, ein im Sitz angeschnallter Toter. Einige Medien haben besonders krasse Darstellungen gezeigt. Andere entschieden sich für distanziertere Bilder. Die «Schweizer Illustrierte» und der «Sonntagsblick» haben mit ihrer Auswahl heftige Reaktionen ausgelöst. Und auf Twitter entfachte der Journalist Christof Moser mit einem Foto aus Trümmer- und Leichenteilen auch in den Sozialen Medien eine emotionale Debatte.

Was dürfen, was müssen Bilder zeigen? Welche verletzen die Würde der Opfer und ihrer Angehörigen? Wie schonungslos soll Aufklärung sein? Wann ist sie sensationslüstern und respektlos? «Boulevardmedien zeigen definitionsgemäss härtere Bilder als Qualitätsmedien», sagt SI-Chef Stefan Regez. Die Güterabwägung finde bei jedem Bild neu statt, betonen jedoch Fotografen und Chefredaktoren, Journalisten und Kameraleute einhellig.

Im «Medienclub» mit Karin Frei diskutieren einige von ihnen über die sensiblen Fragen im Umgang mit Katastrophenbildern:

Stefan Regez, Chefredaktor «Schweizer Illustrierte»
Christof Moser, Journalist «Schweiz am Sonntag»
Reto Camenisch, Fotograf, Studienleiter Redaktionelle Fotografie MAZ
Dominic Nahr, Kriegsfotograf
Gregor Sonderegger, stv. Nachrichtenchef SRF
Corine Turrini Flury, Social-Media-Nutzerin, Journalistin

Beiträge

  • Karin Frei

    Die Moderatorin präsentiert Thema und Gäste:

  • Gregor Sonderegger

    Die Relevanz eines Bildes, aber auch der Persönlichkeitsschutz der Opfer und ihrer Angehörigen spielen bei der Wahl eine grosse Rolle:

  • Stefan Regez

    Es gab noch viel schlimmere Bilder, die wir hätten publizieren können:

  • Corine Turrini Flury

    Die Menschenwürde endet nicht mit dem Tod:

  • Christof Moser

    Für mich war klar, dass ich das "umstrittene" Bild auf Twitter stellen musste:

  • Reto Camenisch

    Auch die Intimsphäre der Betrachter muss beachtet werden:

  • Dominic Nahr

    Ich würde keines meiner Bilder auf Facebook posten: