Kommt Genfood doch?

Die Gegner der Gentechnik schlagen Alarm, weil ihnen neue Forschungen widersprechen: Keine Gefahr für Mensch und Umwelt durch die Gentechnologie in der Landwirtschaft lautet das Fazit. Wer hat Recht? Gegner und Befürworter der Gentech im «Club» mit Karin Frei über Gesundheit, Profit und Ethik.

Der Streit um die Gefährlichkeit gentechnisch veränderter Pflanzen entflammt erneut. Die Risiken für Mensch und Umwelt seien gering, lautet das neueste Fazit eines nationalen Forschungsprogrammes. Die Gegner der Gentechnik sind alarmiert. 2005 hat das Stimmvolk ein Gentech-Moratorium beschlossen. Dieses läuft 2013 aus. Der Kampf um die Gentech-Zukunft der Schweiz ist lanciert.

Gesprächsgäste

  • Maya Graf, Biobäuerin, Präs. Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG, NR Grüne/BL
  • Anna Bozzi, Chemikerin Scienceindustries, Wirtschaftsverband Chemie Pharma Biotech
  • Marianne Künzle, Greenpeace Schweiz
  • Gottfried Schatz, Biochemiker, ehem. Präs. Schweizerischer Wissenschafts- und Technologierat
  • Daniel Ammann, Geschäftsleiter Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG, PD für Zellbiologie ETH Zürich
  • Cesare Gessler, Professor am Institut für Integrative Biologie ETH Zürich

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei

  • Daniel Ammann, PD für Zellbiologie ETH Zürich

    Daniel Ammann, PD für Zellbiologie ETH Zürich

    «Gewisse agronomische Nachteile und Umweltrisiken der Gentech-Landwirtschaft werden bereits sichtbar, etwa der Mehrverbrauch an Pestiziden, die Ausbreitung der eingeführten Gene oder die Verwilderung der Gentech-Pflanzen selbst. Demgegenüber existieren nachhaltige Erfolge noch immer lediglich als Fantasiegebilde in den Köpfen der Forscher und Forscherinnen.»

  • Gottfried Schatz, Biochemiker

    Gottfried Schatz, Biochemiker

    «Wir müssen unsere Nutzpflanzen so schnell wie möglich verbessern, um kommende Generationen vor Hunger zu bewahren. Dazu müssen wir alle verfügbaren Mittel einsetzen - auch die Gentechnik. Wir sollten nicht als Erstes fragen, wie diese uns schaden, sondern wie sie uns nützen könne.»

  • Maya Graf, Biobäuerin, Nationalrätin Grüne/BL

    Maya Graf, Biobäuerin, Nationalrätin Grüne/BL

    «Konsumentenschutz, Tier-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie die Grünen ziehen am selben Strick: Wir wollen eine starke ökologisch ausgerichtete Schweizer Landwirtschaft, die gentechnikfrei produziert und diese Profilierung am Markt als Chance wahrnimmt.»

  • Anna Bozzi, Chemikerin, Scienceindustries

    Anna Bozzi, Chemikerin, Scienceindustries

    «Eine erneute Verlängerung des Gentech-Moratoriums ist innovationsfeindlich, rückwärtsgewandt und aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu rechtfertigen. Staatliche Technologie-Verbote schaden dem Forschungs- und Wirtschaftsstandort Schweiz und vermitteln ein falsches gesellschaftliches Bild einer offenen und innovativen Schweiz.»

  • Marianne Künzle, Landwirzschaftskampagne Greenpeace Schweiz

    Marianne Künzle, Landwirzschaftskampagne Greenpeace Schweiz

    «Nach wie vor fehlen langfristige unabhängige Untersuchungen über mögliche Gesundheitsauswirkungen von Gentech-Produkten auf Mensch und Tier. Klar ist: Der Anbau von Gentech-Pflanzen stützt eine chemieintensive Landwirtschaft, die Böden, Gewässer und die Artenvielfalt schädigt.»

  • Cesare Gessler, Professor für Phytopathologie ETH Zürich

    Cesare Gessler, Professor für Phytopathologie ETH Zürich

    «Gentechnologie ist weder risikolos noch gefährlich. Zu bewerten ist das dabei entstehende Produkt. Es gibt Produkte, die für die Schweiz, für die Umwelt und für den Konsumenten Vorteile bringen, andre bringen nur Vorteile für die Gross-Agroindustrie. Wir müssen entscheiden, was wir wollen.»