Land unter - spinnt unser Wetter?

  • Dienstag, 21. Juni 2016, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 21. Juni 2016, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 22. Juni 2016, 1:40 Uhr, SRF 1
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    • Samstag, 25. Juni 2016, 14:05 Uhr, SRF info

Unser Wetter spielt verrückt. Dauerregen statt Sommerhitze. Hochwasser, Erdrutsche, Steinschläge sind die Folge. Warum regnet es so viel? Werden solche extreme Wetterlagen zum Normalfall? Und wer ist schuld?

Selbst die Jahreszeiten scheinen zu verschwinden: in den Niederungen gab es im vergangenen Winter kaum Schnee, der jetzige Sommer bislang ein einziges Desaster. Viele Wissenschaftler machen den Klimawandel für den Starkregen verantwortlich. Andere verneinen, ein Trend zu mehr Regen sei nicht nachgewiesen.

Die Leidtragenden sind nebst jenen, die auf die Badehose verzichten müssen, die Bauern, die Tourismusbranche, der Naturschutz, die Versicherer und all jene mit überfluteten Kellern oder weggespülten Häusern. Der Ruf nach noch mehr Schutzmassnahmen und einem optimierten Alarmsystem wird laut.

Klimafolgenforscher wissen von klimabedingten Kollapsen von vergangenen Kulturen. Und auch heute ist die Migration von Kulturen teilweise klimabedingt. Werden die aktuellen und künftigen globalen Wetterveränderungen zu noch mehr Völkerwanderungen führen?

Unter der Leitung von Thomy Scherrer diskutieren im «Club»:

Christine Bühler, Co-Präsidentin Schweizer Bauernverband
Regula Rytz, Nationalrätin und Präsidentin Grüne Schweiz
Reto Knutti, Klimaphysiker ETH Zürich, Mitautor Weltklimarat
Martin Grosjean, Klimaforscher, Oeschger Zentrum für Klimaforschung, Uni Bern
Thomas Bucheli, SRF-Meteorologe
Josef Hess, Vizedirektor Bundesamt für Umwelt (BAFU), Gefahrenprävention

Positionen:

Christine Bühler: «An die längst fällige Heuernte ist bei dieser Nässe nicht zu denken, unsere Kühe füttern wir momentan vor allem aus Trockenfutterreserven, da die Weiden arg strapaziert sind.»

Regula Rytz: «Wir haben nicht mehr viel Zeit um die schädliche Klimaerwärmung zu verhindern, aber wir haben 1000 Möglichkeiten etwas zu tun.»

Reto Knutti: «Wir wissen so viel über den Klimawandel, aber wir tun so wenig. Mit dieser Haltung werden wir die Welt in hundert Jahren nicht wiedererkennen.»

Martin Grosjean: «Dem Wetter ist es egal, was wir darüber denken. Unter dem menschlichen Einfluss bewegt es sich aber zunehmend ausserhalb der Bandbreite, die wir in der Schweiz als ‚normal‘ empfinden. Was aber ist schon ‚normal?»

Thomas Bucheli: «Die Wetterprognose ist der Blick in die Zukunft und das fasziniert uns Menschen. Zudem plant man seine Aktivitäten, Ferien oder Events abgestimmt auf die Wettersituation.»

Josef Hess: «1,8 Millionen Menschen leben in hochwassergefährdeten Gebieten. Wohnhäuser, Industrieanlagen und Infrastrukturen im Wert vom 840 Milliarden Franken befinden sich in diesen Gefahrengebieten, gleichzeitig müssen in den kommenden 80 Jahren 4000 Kilometer Wasserläufe restauriert werden: Der Handlungsbedarf ist gross!»

Beiträge

  • Moderator Thomy Scherrer stellt die Gäste vor.

  • «Mit der Renaturierung geht viel Ackerland verloren!»

    Christine Bühler, Vizepräsidentin des Schweizer Bauernverbandes unterstützt Massnahmen gegen Hochwasser. Dass es dafür Land von den Bauern braucht, könne allerdings zu einem Problem werden.

  • «Schutzmauern im Mattequartier müssen erst akzeptiert werden!»

    Regula Rytz, Präsidentin Grüne Schweiz, erklärt, warum das Berner Mattequartier auch nach Jahrzehnten noch vom Hochwasser bedroht ist, obwohl das Problem seit langem erkannt ist.

  • «Einzelne Ökosysteme können durch den Klimawandel kollabieren.»

    Reto Knutti, Klimaphysiker an der ETH Zürich, schliesst nicht aus, dass Teile des Ökosystems unserer Erde in ein paar Jahren kollabieren. Niemand könne voraussagen, wie die Welt in ein paar hundert Jahren ausschauen würde.

  • «Vor 200 Jahren hatten wir eine ähnliche Wetterlage.»

    Martin Grosjean, Klimaforscher, erinnert an eine vergleichbare Wetterlage in der Schweiz, die zu dramatischen Ernährungsnotlagen führte.

  • «Bei jedem Unwetter wird sogleich vom Klimawandel gesprochen!»

    Thomas Bucheli, Meteorologe SRF, kritisiert, dass jede Wetterauffälligkeit mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht wird. Diese Lobby lasse dem Wetter nicht den natürlichen Freiraum.

  • «Die Häufigkeit von den Gewittern macht uns grosse Sorgen!»

    Josef Hess, Vizedirektor Bundesamt für Umwelt (BAFU), Gefahrenprävention, betont, dass die Risiken auch steigen, weil die gefährdeten Werte ständig steigen würden. Er plädiert für ein noch angepassteres Bauen.

  • Die Folgen der Regenperiode in der Schweiz.

  • Die weltweiten Folgen der Klimaerwärmung.

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