Liebesparadies Afrika

  • Dienstag, 2. April 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 2. April 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 3. April 2013, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 3. April 2013, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 4. April 2013, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 4. April 2013, 12:40 Uhr, SRF info
    • Samstag, 6. April 2013, 14:05 Uhr, SRF 1

Junge Schwarze verkaufen sich an liebeshungrige Europäerinnen - materielle Not trifft auf erotische Bedürftigkeit. Der Film «Paradies Liebe» provoziert. Für einmal sind es Frauen, die für Sex bezahlen. Ist das verwerflich? Wer beutet wen aus im Geschäft mit der Sehnsucht? Ein «Club» mit Karin Frei.

Der neue Film von Ulrich Seidl, der ab Mitte April 2013 in die Kinos kommt, zeigt europäische Frauen auf der Suche nach jungen Afrikanern, die, um ihr Leben zu verdienen, für Geld Liebe anbieten.

Das Stereotyp will es, dass weisse Frauen in der Regel nicht wegen Sex an fremde Strände reisen. Frauen verlieben sich. Männer an der Seite exotischer Frauen machen sich jedoch der gekauften Liebe verdächtig. Ulrich Seidl stellt das Klischee auf den Kopf und provoziert damit nicht nur eine Genderdebatte:

Machen diese Frauen das Gleiche wie die Männer, einfach mit vertauschten Rollen? Ist es emazipatorisch, dass auch Frauen Sextourismus betreiben? Was an Afrika zieht liebesbedürftige Weisse an? Welche Rolle beim Geschäft mit der Sehnsucht spielt das Armutsgefälle? Bedeuten Geschenke und finanzielle Zuwendungen für Erotik und Sex immer auch Ausbeutung? Und - welche Stereotypen lasten auf den Liebesbeziehungen zwischen Schwarzen und Weissen?

Gesprächsgäste

Corinna Bütikhofer Nkhoma, Politologin, Vorstand IG Binational, mit einem Afrikaner verheiratet
Richard Grob, nigerianisch-schweizerischer Doppelbürger, Inhaber Software-Firma
Ingrid Feigl, Psychoanalytikerin
David Signer, Auslandredaktor NZZ mit Schwerpunkt Afrika, Ethnologe
Katharina Caflisch Mitondo, Sozialarbeiterin, mit einem Afrikaner verheiratet

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei

  • Richard Grob, Doppelbürger Schweiz/Nigeria, Ingenieur

    Richard Grob, Doppelbürger Schweiz/Nigeria, Ingenieur

    «Wer Geld hat, befiehlt. Deshalb ist derjenige, ob Mann oder Frau, der für Sex bezahlt, immer am längeren Hebel. Wenn die materiellen Zuwendungen einem nachhaltigen Zweck dienen, sind sie ok.»

  • Katharina Caflisch Mitondo, Sozialarbeiterin

    Katharina Caflisch Mitondo, Sozialarbeiterin

    «Sex gegen Geld für Frauen? Mein feministisches Herz sagt ja, weil Frauen gleiche Rechte haben wie Männer. Meine Solidarität mit den Armen sagt jedoch klar nein. Sextourismus ist immer Ausbeutung. Wenn das schon sein muss, dann hier. Aber auch bei uns in der Schweiz prostituiert sich wohl niemand freiwillig.»

  • David Signer, Ausland-Redaktor NZZ, Ethnologe

    David Signer, Ausland-Redaktor NZZ, Ethnologe

    «Binationale Beziehungen werden bei den Geschlechtern mit verschiedenen Ellen gemessen. Bei Männern redet man von Ausbeutung und Menschenhandel, Frauen verlieben sich. Die Realität zeigt: Auch manche Frauen bezahlen auf mehr oder weniger subtile Art für Sex und Zuwendung; Männer beuten schwarze Frauen nicht immer aus, gelegentlich wird im Gegenteil ihre eigene Verliebtheit ausgebeutet.»

  • Ingrid Feigl, Psychoanalytikerin

    Ingrid Feigl, Psychoanalytikerin

    «Geld und Sex sind allgegenwärtig. Dass Frauen auf Schwarze abfahren, ist auch die Sehnsucht nach dem Exotischen, dem Fremdartigen und dem Unerreichbaren. Solch attraktive, junge Männer würden sie hier nie bekommen, sie bedienen die Phantasie, sich noch einmal selber jung zu fühlen - eine Art Anti-Aging-Programm.»

  • Corinna Bütikhofer Nkhoma, Politologin, Vorstand IG Binational

    Corinna Bütikhofer Nkhoma, Politologin, Vorstand IG Binational

    «Es gibt neben der bei uns üblichen romantischen Ehe auch andere Beziehungsmodelle. Ich kenne junge Frauen in Afrika, die einen Afrikaner lieben und daneben die Beziehung zu einem Sugardaddy pflegen aus rein finanziellen Motiven. Im Film kommt dieses Muster für einmal in vertauschten Geschlechterrollen vor.»

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