Mohammed = Maulkorb?

Das Verhältnis zwischen der westlichen und der islamischen Welt ist einmal mehr in Aufruhr. Der Auslöser: Ein Video, das den Propheten Mohammed lächerlich macht und die Muslime beleidigt. Im «Club» bei Karin Frei leuchten Islamexperten, Muslime und Politiker hinter die Kulissen.

Ein dilettantisches Video, das den Propheten Mohammed verhöhnt, hat in der islamischen Welt zu blutigen Protesten geführt. Auch in der Schweiz wurde demonstriert. Einmal mehr wird die Angst vor einem „rückständigen, gewalttätigen und intoleranten Islam“ geschürt. Erhält künftig einen Maulkorb, wer sich über Muslime und ihren Propheten lustig macht? Wo verläuft die Grenze zwischen Meinungsfreiheit, Beleidigung und Respekt? Eine öffentliche Kontroverse ist entbrannt, der «Club» macht sie zum Thema.

Gesprächsgäste

  • Mike Müller, Kabarettist
  • Jasmina El-Sonbati, Buchautorin, Gymnasiallehrerin
  • Hamit Duran, Verband Aargauer Muslime
  • Walter Wobmann, Nationalrat SVP/SO, Präs. Anti-Minarett-Komitee
  • Reinhard Schulze, Prof. für Islamwissenschaften Universität Bern
  • Yves Kugelmann, Chefredaktor des jüdischen Wochenmagazins «Tachles»

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei

  • Mike Müller, Kabarettist

    Mike Müller, Kabarettist

    «Jede Zivilgesellschaft muss leider den mühsamen Kampf mit Fundamentalisten ausfechten. Die Revolution einer Zivilgesellschaft, wie der arabische Frühling, wird instrumentalisiert. Das passiert in einem unheimlich schnellen Tempo und mit viel Geld aus einzelnen Ländern. Der Prozess, bis sich eine Zivilgesellschaft mit Rechtsstaat, Meinungsfreiheit, und Demokratie durchgesetzt hat, dauert lang und der Ausgang ist leider offen.»

  • Hamit Duran, Verband Aargauer Muslime

    Hamit Duran, Verband Aargauer Muslime

    «Die in manchen muslimischen Ländern zu beobachtende Gewalt ist keine akzeptable Antwort auf die Beleidigungen und Provokationen des Schmähfilms. Dadurch wird den Machern des Films nur in die Hände gespielt. Meinungsfreiheit ja, aber auf welchem Niveau?»

  • Jasmin El-Sonbati, Muslima, Buchautorin, Gymnasiallehrerin

    Jasmin El-Sonbati, Muslima, Buchautorin, Gymnasiallehrerin

    «Der Sturm der Entrüstung, den der amerikanische Film „Innocence of Muslims“ in Teilen der islamischen Welt ausgelöst hat, ist ein bedauerliches Déjà-vu, das sich nach dem immer gleichen medienwirksamen Muster abspielt. Extremisten hüben wie drüben sind es, die letzten Endes von solchen Manövern profitieren und das Misstrauen zwischen der islamischen und der nichtislamischen Welt schüren.»

  • Yves Kugelmann, Chefredaktor «Tachles

    Yves Kugelmann, Chefredaktor «Tachles

    «Moses, Mohammed oder Maria sind keine Naturschutzgebiete - richtige Satire über sie ist nicht Mangel an, sondern Zeichen des Respekts.»

  • Reinhard Schulze, Prof. für Islamwissenschaften Universität Bern

    Reinhard Schulze, Prof. für Islamwissenschaften Universität Bern

    «Wenn man sich die Reaktion der Mehrheit der muslimischen Bevölkerung auf das Video ansieht, bekommt man den Eindruck, dass die Haltung «der Hund bellt, die Karawane zieht weiter» vorherrscht. Es trifft doch letztlich nicht die Gesamtheit der 1,5 Milliarden Muslime in der Welt. Sie wollen nicht Geiseln werden einer kleinen radikalen Minderheit, die nun dieses Thema besetzt hat.»

  • Walter Wobmann, Nationalrat SVP/SO, Präs. Anti-Minarett-Komitee

    Walter Wobmann, Nationalrat SVP/SO, Präs. Anti-Minarett-Komitee

    «Was ich vermisse ist, dass sich die gemässigten Muslime in der Schweiz nicht vehement von den fundamentalen Islamisten distanzieren. Ich frage mich, ob sie Angst haben oder ob hie und da doch auch Sympathien bestehen?»