«Club» vom 21.2.2017

  • Dienstag, 21. Februar 2017, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 21. Februar 2017, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 22. Februar 2017, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 22. Februar 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 22. Februar 2017, 16:45 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 23. Februar 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 23. Februar 2017, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 25. Februar 2017, 14:15 Uhr, SRF info

Flauschig warm schmiegt er sich an den Hals seiner Trägerin und hält auch bei eisigen Temperaturen was er verspricht: der Echtpelz! Besätze an Kragen, Stiefeln und Mützen wohin das Auge reicht. Das einstige modische No-Go: vor allem bei Jungen hoch im Kurs. Wie kommt das?

Rund 440 Tonnen Pelz wurden 2016 importiert, so viel wie seit 24 Jahren nicht mehr. Die 80-er Jahre Slogans «Pelztragen ist Gewissensfrage» sowie «Frau mit Herz, trägt keinen Nerz» scheinen den Konsumenten heute egal zu sein. Mehr noch, der modische Megatrend begeistert Männer und Frauen gleichermassen - moralische Einwände lassen die Modebewussten offenbar kalt.

Wie lässt sich diese modische Kehrtwende erklären? Darf man Pelzträger kritisieren, aber trotzdem Fleisch konsumieren und Leder tragen? Ist Pelz noch immer ein verzichtbares Luxusprodukt und daher eine modische und moralische Sünde?

Im «Club» über Mode und Moral unter der Leitung von Karin Frei diskutieren u.a.:

Anja Esselier, Geschäftsleiterin A.C. Bang-Pelz
Thomas Aus der Au, Kürschnermeister, Vizepräsident Swissfur
Jeroen van Rooijen, Stil-Experte
Sebastian Herzog, Mitinhaber Herzog Mode, verkauft keinen Pelz mehr
Heinz Lienhard, Präsident Schweizerischer Tierschutz STS

Positionen der Gäste:

Anja Essellier: «Pelz ist das einzige Material, das wirklich zeitlos ist. Es hält ein Leben lang und man kann es immer und immer wieder verwerten - deshalb ist es ökonomisch und ökologisch.»

Jeroen Van Rooijen: «Pelz ist ein unverzichtbarer Teil der Modekultur aber man sollte sich überlegen, ob man selbst nicht doch darauf verzichten kann.»

Sebastian Herzog: «Pelz ist grundsätzlich etwas Schönes. Es ist ein Naturprodukt. Aber, da mir kein Hersteller garantieren konnte, dass der Pelz verantwortungsvoll gewonnen wird, haben wir beschlossen, auf den Verkauf von Pelzteilen zu verzichten.»

Heinz Lienhard: «Ich bin enttäuscht, dass die Leute heute wieder gleichgültiger sind, was die Tragödie der Pelztiere anbetrifft. Deren Situation hat sich gegenüber früher nämlich überhaupt nicht verändert.»

Thomas Aus der Au: «Wir Kürschnerinnen und Kürschner haben ein Interesse daran, dass es den Tieren gut geht. Wir setzen uns mit Swiss Fur für den Artenschutz und für die artgerechte Haltung von Pelztieren ein.»

Beiträge

  • Karin Frei stellt die Gäste vor

    
In der Sendung «Club» wird diskutiert wie es kommt, dass Echtpelz wieder en vogue und salonfähig ist.

  • «Meine Kunden reden nicht über Tierschutz.»

    Anja Esseliier, die Geschäftsleiterin eines Pelzgeschäftes, weiss aus ihrer langjährigen Erfahrung, dass Tierschutz bei ihren Kunden nie ein Thema war und ist.

  • «Keine Pelze aus China im Fachgeschäft.»

    Schweizer Pelzfachgeschäfte verkaufen keine chinesischen Pelze, erklärt Thomas Aus der Au. Er ist Vizepräsident von Swissfur, dem Schweizer Pelzfachverband.

  • «Pelz gehört zur Modegeschichte.»

    Für den Mode- und Stilexperten hat Pelz eine Berechtigung, wenn er vernünftig als Luxusprodukt eingesetzt wird und nicht als Masssenprodukt.

  • «Die Informationen zum Pelz sind dürftig.»

    Weil das Modegeschäft Herzog von den Pelzlieferanten nie konkrete Informationen zur Herstellung der Pelze erhielt, verzichtet das Modehaus nun ganz auf Pelz.

  • «Die Tiere werden nur für die Mode getötet.»

    Der Tierschützer begreift nicht, dass sich die Leute nicht mehr bewusst sind, was sie genau tragen. Die wenigsten sind sich bewusst, dass Tiere nur für die Mode gezüchtet und getötet werden.

  • «Mich stört, dass so viele Junge Pelz tragen.»

    Die junge Zürcherin Stephanie Stutz hat auf Facebook eine Diskussion ausgelöst, warum so viele Junge Pelz tragen.

  • Pelztragen ist wieder angesagt.

    In den 1980-er Jahren war Pelztragen für viele ein Tabu, dies hat sich inzwischen geändert.

  • Marderhundhaltung in China

    Eine Reportage der Sendung Rundschau vom 8. Januar 2014

  • Pelzfarmbilder von Fur Europe

    Aufnahmen von Farmen vom Europäischen Pelzfarmenverband von März 2015

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