Psychisch krank – fürs Leben gestempelt

  • Dienstag, 2. Dezember 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 2. Dezember 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 3. Dezember 2014, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 3. Dezember 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 4. Dezember 2014, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 4. Dezember 2014, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 6. Dezember 2014, 14:05 Uhr, SRF info

Psychisch Kranke leiden doppelt - unter ihrer Krankheit und der Stigmatisierung. Sie ecken an und werden ausgegrenzt. Unwissen und Vorurteile machen ihnen das Leben zur Hölle. Macht sie die Gesellschaft zu Behinderten? Die Kluft zwischen gesund und krank ist Thema im «Club».

Jeder zweite Mensch hat im Verlauf seines Lebens einmal eine psychische Störung. Die Sensibilisierung für Mitmenschen mit dem gleichen Schicksal müsste deshalb spürbar vorhanden sein. Mitnichten. Studien belegen, dass Angst, Unwissen und Vorurteile den Umgang mit psychisch belasteten Menschen bestimmen.

«Als psychisch kranker Mensch hat man kaum eine Chance in dieser Gesellschaft, selbst wenn man intelligent und praktisch begabt ist», bilanziert die 32-jährige Vivianne Vinzens ihre persönliche Lebensgeschichte. Einmal angeschlagen und stigmatisiert, finden viele nur schwer oder gar nie mehr ins normale Leben zurück. Vinzens hat es dennoch geschafft. Mit 16 wurde sie von einem psychischen Erdbeben aus dem Gymnasium katapultiert. Jahrelange Therapien, Klinikaufenthalte und Rückfälle hat sie schliesslich überwunden und kürzlich eine Lehre als Restaurationsfachfrau abgeschlossen.

«Weil ich Dimensionen und Zusammenhänge sehe, die andere nicht verstehen können, stosse ich immer wieder auf eine Mauer», klagt auch ihr Freund, der 39-jährige Werbefachmann Simon Hofer. Auch er mit einschlägigen Erfahrungen als Psychose-Patient. In einer Klinik wurden die zwei zu einem Paar. Sie erzählen im «Club» von ihrer Odyssee als psychisch Kranke in einer auf Gesundheit getrimmten Gesellschaft.

Am 3. Dezember jährt sich der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. «Pro Infirmis» startet dann eine Sensibilisierungskampagne zum besseren Verständnis von psychisch Kranken und zur Förderung des Zusammenlebens. Davon würde die ganze Gesellschaft profitieren. Akzeptanz ist ein zentraler Antrieb zur Heilung psychischer Leiden, was auch ökonomisch zu Buche schlagen würde. Denn die psychisch bedingten IV-Fälle nehmen seit geraumer Zeit deutlich zu.

Unter der Leitung von Karin Frei diskutieren u.a.:
Simon Hofer, Werber, hat Psychose überstanden
Vivianne Vinzens, hat sich mit psychischer Behinderung in die Gesellschaft zurück gekämpft
Niklas Baer, Leiter psychiatrische Rehabilitation der Psychiatrie Baselland
Constantine Bobst, Präs. Vereinigung der Angehörigen psychisch Kranker
Undine Lang, Klinikdirektorin Psychiatrische Universitätsklinik Basel

Beiträge

  • Karin Frei

    Die Kernfrage und die Gesprächsgäste der Sendung:

  • Simon Hofer

    Meine Diagnose war nie ganz klar:

  • Undine Lang

    Wir füllen unsere Patienten nicht einfach mit Medikamenten ab:

  • Constantine Bobst

    Man kann Kranke nie richtig verstehen:

  • Niklas Baer

    Psychisch Kranke haben heute kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt:

  • Vivianne Vinzens

    Das grosse Problem ist, wie sag ich es meinem Chef:

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