Rohstoff birgt Zündstoff

Das Milliardengeschäft mit Rohstoffen boomt und birgt Zündstoff. Der weltgrösste Rohstoffhändler sitzt in der Schweiz. Er steht unter dem Vorwurf der Ausbeutung und Menschenrechtsverletzung in armen Ländern. Wahrheit oder Polemik? Ein «Club» mit Mona Vetsch.

Rohstoffreiche Länder sind meist sehr arm. Das grosse Geld mit den begehrten Rohstoffen machen Firmen aus reichen Ländern, viele mit Sitz in der Schweiz. Der weltweit grösste Rohstoffhändler Glencore/Xstrata ist in Zug domiziliert. Ihm werfen die zwei Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle mangelnde Transparenz in Fragen der Menschenrechte und Ausbeutung vor. Das Milliardengeschäft boomt und birgt Zündstoff. Was an den Vorwürfen ist wahr, was Ideologie und Polemik? Im «Club» mit Mona Vetsch diskutieren Exponenten der Rohstoffbranche mit ihren härtesten Kritikern.

Diskussionsrunde

  • Martin Fasser, Präsident Rohstoffbranche-Vereinigung Zug
  • Andreas Missbach, Erklärung von Bern, Mitautor von «Rohstoff. Das gefährlichste Geschäft der Schweiz»
  • Ruedi Noser, Wirtschaftspolitiker und Nationalrat FDP
     Roberto Grassi, Vizepräsident Rohstoffbranche-Vereinigung Lugano, Handelskammer Kanton TI
  • Josef Lang, Mitorganisator der Demo «Solidarität mit den Opfern der Rohstoffmultis», Vizepräsident Grüne Schweiz
  • Ulrich Thielemann, Wirtschaftsethiker, Direktor MeM-Denkfabrik für Wirtschaftsethik Berlin

Links zur Sendung

Buch: «Rohstoff. Das Gefährlichste Geschäft der Schweiz»

Rohstoffbranche-Vereinigung Zug «Zug Commodity Association»

Rohstoffbranche-Vereinigung Lugano «Lugano Commodity Trading Association»

Beiträge

  • Moderatorin Mona Vetsch

    Moderatorin Mona Vetsch

  • Martin Fasser, Präsident Rohstoffbranche-Vereinigung Zug

    Martin Fasser, Präsident Rohstoffbranche-Vereinigung Zug

    «Um die Rohstoff-Industrie ranken sich viele Mythen. Diese werden von den Gegnern der Branche gepflegt. Die Branche hat sich nicht wirklich versteckt, es gibt heute einfach mehr Fragen an sie. Die Branche hat einen Nachholbedarf an Kommunikation. Die Thematik ist jedoch äusserst komplex und einfache Lösungen wird es nicht geben.»

  • Andreas Missbach, Erklärung von Bern

    Andreas Missbach, Erklärung von Bern

    «Ein Viertel des weltweiten Rohstoff-Handels wird von der Schweiz aus kontrolliert. Unser Land steht deshalb in einer besonderen Verantwortung, damit dieses Geschäft nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt geht und nur ein paar wenige davon profitieren.»

  • Roberto Grassi, Vizepräsident Rohstoffbranche-Vereinigung Lugano

    Roberto Grassi, Vizepräsident Rohstoffbranche-Vereinigung Lugano

    «Den transparenten Handel gibt es nicht. Handeln im Wettbewerb bedeutet, eine Ware möglichst günstig zu kaufen und sie mit möglichst viel Gewinn wieder zu verkaufen. Der Profit soll dann das Geschäftsgeheimnis bleiben.»

  • Josef Lang, Vizepräsident Grüne Schweiz

    Josef Lang, Vizepräsident Grüne Schweiz

    «Nach den Grossbanken sind die Rohstoffmultis das nächste grosse Klumpen- und Reputationsrisiko für die Schweiz. Ihre Geschäftspraktiken sind oft unmoralisch und machen arme Länder noch ärmer.»

  • Ruedi Noser, Wirtschaftspolitiker und Nationalrat FDP

    Ruedi Noser, Wirtschaftspolitiker und Nationalrat FDP

    «Der Rohstoffhandel ist für die Schweizer Volkswirtschaft eminent wichtig. Gewinn basiert immer auf einem Informations-Vorsprung. Insofern stehen Gewinn und Transparenz im Widerspruch.»

  • Ulrich Thielemann, Wirtschaftsethiker

    Ulrich Thielemann, Wirtschaftsethiker

    «Gewinnmaximierung ist generell nicht rechtfertigungsfähig. Das ist ökonomischer Radikalismus. Da geht man über Leichen. Das heisst, man fragt nicht nach der Rechtfertigung des eigenen Handelns.»