Scheiden besser meiden!

Scheidungen nehmen zu. Sie kommen oft aus heiterem Himmel und sind schmerzhaft. Doch bloss ein Drittel der Geschiedenen fühlen sich danach glücklicher. Sollten Mann und Frau deshalb scheiden besser meiden? Karin Frei geht im «Club» dem fragilen Liebesleben auf den Grund.

Scheidungen nach langjährigen Ehen nehmen zu. Sie kommen oft aus heiterem Himmel und gehören zu den schmerzvollsten Erfahrungen im Leben. Doch bloss ein Drittel der Geschiedenen sehen diesen Schritt auch als Gewinn. Zu diesem Schluss kommt eine neue grosse Partnerschaftsstudie der Uni Bern.

Karin Frei erkundet im Gespräch mit ihren Gästen die Gründe und will wissen, was über das fragile Liebesleben uns Forschung und Praxis sonst noch lehren?

Gesprächsgäste

  • Pasqualina Perrig-Chiello, Professorin für Entwicklungspsychologie Universität Bern
  • Peter Passett, Psychoanalytiker
  • Mona Gross-Pfeiffer, Liebeskummer-Coach
  • Urs Gloor, Mediator, Anwalt, Bezirksrichter
  • Johannes Barth, geschiedener Familienvater

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei

  • Pasqualina Perrig-Chiello, Professorin f. Entwicklungspsychologie

    Pasqualina Perrig-Chiello, Professorin f. Entwicklungspsychologie

    «Die negativen Folgen von Scheidungen sind weitreichend. Viel Leid könnte verhindert werden, wenn Paare in Krisensituationen nicht so schnell aufgeben würden.»

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  • Johannes Barth, geschiedener Familienvater, Unternehmer

    Johannes Barth, geschiedener Familienvater, Unternehmer

    «Eine Scheidung ist ein massiver Einschnitt in die eigene Biographie - emotional aber auch finanziell. Rechtlich ist meist der Teil des Paares im Hintertreffen, welcher arbeitet und so für das Auskommen der Familie sorgt.»

  • Peter Passett, Psychoanalytiker

    Peter Passett, Psychoanalytiker

    «Man neigt heute dazu, das Zueinander-passen der Partner (das Matching) als Voraussetzung für eine gute (Ehe-) Beziehung stark zu überschätzen. Wenn es nicht gut geht, glaubt man, man habe falsch gewählt. In Tat und Wahrheit ist es aber viel wichtiger, was die Partner sowohl aus ihren Gemeinsamkeiten wie auch aus ihren Differenzen in der gelebten Beziehung schlussendlich machen, als wie gut sie scheinbar zusammen passen.»

  • Mona Gross-Pfeiffer, geschiedene Ehefrau, Liebeskummer-Coach

    Mona Gross-Pfeiffer, geschiedene Ehefrau, Liebeskummer-Coach

    «So zerstörerisch sich eine Scheidung am Anfang anfühlt, wenn eine Beziehung nicht zu retten ist, muss die Scheidung möglich sein. Mich hat meine Scheidung selbständiger und stärker gemacht. Ich konnte meine eigenen Ressourcen wieder ins Leben zurückholen und habe mich alleine voll entfalten und entwickeln können.»

  • Urs Gloor, Mediator, Anwalt und Bezirksrichter

    Urs Gloor, Mediator, Anwalt und Bezirksrichter

    «Das schweizerische Scheidungsrecht lässt den Parteien Raum zur individuellen Gestaltung und führt grundsätzlich zu fairen Ergebnissen. Dies nicht zuletzt, weil heute vor Gericht die Schuldfrage nicht mehr mit einbezogen wird. In der Praxis erlebe ich trotzdem, dass die vielschichtigen psychologischen Aspekte eine Scheidung zum persönlichen Trauma machen können.»