Sexualaufklärung auch für Kindergärtler

  • Dienstag, 3. Juni 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 3. Juni 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 4. Juni 2014, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 4. Juni 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 5. Juni 2014, 4:00 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 5. Juni 2014, 12:10 Uhr, SRF info
    • Samstag, 7. Juni 2014, 14:05 Uhr, SRF info

Eine Volksinitiative will Sexualkunde im «Chindsgi» verbieten. Aufklärung sei Elternsache, intim und individuell. Verwirrung stiften Gerüchte über Sexkoffer mit Holzpenis und Plüschvagina. Sexualerziehung in der Volksschule scheidet die Geister: Schadet oder nützt sie den Kindern?

Sexualerziehung in der Schule, erst recht im Kindergarten, sorgt für Konfliktstoff und rote Köpfe. Wilde Gerüchte und Fantasien mengen sich mit Fakten und Wahrheit. Vor unverantwortlicher Sexualisierung der Kleinkinder warnen die einen, für dringend notwendige Aufklärung plädieren die andern. Der Streit um die Sexualerziehung wird von unterschiedlichen Werthaltungen diktiert.

Die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» will den obligatorischen Sexualkundeunterricht erst ab dem 12. Altersjahr zulassen. Über die biologischen Fragen der Fortpflanzung dürfe zwar gesprochen werden, nicht aber über die emotionalen Dimensionen der Sexualität, die gerade Pubertierende besonders beschäftigen. Das sei Sache der Eltern. Nur sie können wissen, was und zu welchem Zeitpunkt richtig für ihre Kinder sei. Befürchtet wird zudem, dass die Kinder unnötig früh sexualisiert würden.

Der Bundesrat widerspricht dieser Argumentation. Aus seiner Sicht verhindere die Initiative die Erfüllung des öffentlichen Bildungsauftrags, der grundlegende Kenntnisse der Sexualität vermitteln müsse. Die primäre Verantwortung für die Sexualerziehung der Kinder und Jugendlichen liege nach wie vor bei den Eltern. Die Schule unterstütze sie lediglich dabei. Sie helfe den Kindern, alters- und stufengerecht, sich vor sexuellem Missbrauch zu schützen und kläre sie auf über sexuell übertragbare Krankheiten und Schwangerschaftsverhütung.

Mona Vetsch diskutiert im «Club» mit Exponenten beider Lager über den Wertekonflikt bei der sexuellen Aufklärung.

Sebastian Frehner, Nationalrat SVP/BS, Co-Präsident Schutzinitiative
Dagmar Pauli, Kinder- und Jugendpsychiaterin «Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst des Kantons Zürich»
Helene Koch, Mitglied Komitee Schutzinitiative, Familienfrau
Jürg Brühlmann, Leiter Pädagogische Arbeitsstelle Schweizerischer Lehrerverband
Regula Lehmann, dipl. Familienhelferin, Eltern-Coach, Buchautorin
Pamela Lepri, Familienfrau, Kindergärtnerin und Sexualpädagogin

Hinweis:

Artikel zu dieser Sendung bei «Puls»
Sexualerziehung: Alle wollen das Gleiche – nur anders

Beiträge

  • Mona Vetsch

    Moderatorin Mona Vetsch präsentiert Fragestellung und Diskussionsgäste der Sendung:

  • Regula Lehmann

    Was an der Aufklärung durch die Schule störend ist:

  • Pamela Lepri

    Eine Demonstration, wie Sexualerziehung im Kindergarten aussehen könnte:

  • Sebastian Frehner

    Die Schutzinitiative will klar aufteilen, was Sache der Schule und was Sache der Eltern ist:

  • Jürg Brühlmann

    Das Recht der Kinder auf Aufklärung und der Anspruch der Gesellschaft auf Einflussnahme:

  • Helene Koch

    Warum die flächendeckende, systematische Aufklärung in der Schule den Kindern schadet:

  • Dagmar Pauli

    Darum braucht es aus sozialpsychologischer Sicht Sexualaufklärung im Kindergarten:

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