Tschüss Chef - ich mach mich selbstständig!

  • Dienstag, 30. Mai 2017, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 30. Mai 2017, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 31. Mai 2017, 1:30 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 31. Mai 2017, 10:55 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 31. Mai 2017, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 1. Juni 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 1. Juni 2017, 12:00 Uhr, SRF info
    • Samstag, 3. Juni 2017, 14:05 Uhr, SRF info

Unabhängig und frei sein. Die eigenen Ideen verwirklichen. Ob Traum, Berufung oder der Befreiungsschlag aus der Arbeitslosigkeit: immer mehr Menschen suchen ihr Glück in der Selbständigkeit. Gibt es ein Erfolgsrezept?

«Es muss doch noch was anderes geben, als jeden Tag im Büro zu malochen! Eine Idee müsste man haben, etwas Eigenes aufbauen!» In der Schweiz setzt fast jeder Achte der Erwerbsbevölkerung diesen Traum in die Realität um. Das ist ein Spitzenwert in Europa.

Kein Wunder, besagt doch eine aktuelle Studie, dass die Arbeit Selbständigerwerbender «durchschnittlich interessanter und abwechslungsreicher ist, als jene von Arbeitnehmenden.» Und der grössere Einfluss auf Ausführung und Planung der Arbeit sei ein Ressourcenpool zur Erhaltung der psychischen und physischen Gesundheit. Selbständigkeit als Quelle des Glücks?

Nicht nur. Die berufliche Eigenständigkeit hat auch ihre Schattenseiten: fast die Hälfte der Unternehmen überlebt die ersten fünf Jahre nicht; zu unrealistisch die Projekte, zu hoch die Erwartungen. Viel Arbeit, wenig Lohn und vor allem kein Sicherheitsnetz, wie etwa Arbeitslosengeld, wenn es nicht läuft wie gewünscht.

Selbständigkeit zwischen Erfüllung und Überlebenskampf. Im «Club» diskutiert Karin Frei mit erfolgreichen, kämpfenden und gescheiterten Selbständigen über das Geheimnis des Geschäftserfolgs. Dabei sind:

Gabriela Amgarten, Unternehmerin im Kommunikationsbereich, ehemalige Fernsehmoderatorin und Leiterin Unterhaltung SRF
Denise Kiràly, Inhaberin Café und Bar «Simpel» in Bern
Yves Studer, selbständiger Lastwagenfahrer
Benedikt Germanier, Unternehmer, Skiproduzent, ehemaliger Banker
Peter Schüpbach, Unternehmer E-Commerce, Business Angel
Raoul Egeli, Betriebsökonom, Präsident Schweizerischer Verband Creditreform

Positionen:

Gabriela Amgarten: «Für mich war es der absolut richtige Schritt. Die Selbständigkeit ist das beste Fitnessprogramm für Hirn und Herz.»

Denise Kiràly: «Das Geld ist das eine, mit Einbussen muss ich umgehen. Ausschlaggebend ist das Moralische. Wenn nichts läuft, schlägt das auf’s Gemüt. Es gab Tage, da haben wir am Vormittag gerade mal fünf Kafi Crème verkauft. In diesen Momenten kommen Selbstzweifel auf: Habe ich richtig entschieden?»

Yves Studer: «Früher waren wir selbständigen Truckerfahrer Helden der Strassen, heute sind wir die Fussabtreter der Gesellschaft und die Milchkühe des Staates.»

Benedikt Germanier: «Seit ich selbständig bin, fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser. Auch ich unterliege gewissen Sachzwängen. Aber ich entscheide, ob ich gegen oder mit dem Strom schwimmen will. Dazu muss man auch der Typ sein.»

Peter Schüpbach: «Mein Beruf ist meine Berufung: Antrieb, etwas aufzubauen, etwas zu beweisen, ich möchte Spuren hinterlassen, Pionier sein, Abenteuer eingehen, etwas erleben, Niederlagen zusammen ertragen, trotzdem vorwärts gehen.»

Raoul Egeli: «Jeder Unternehmer muss an leichter Selbstüberschätzung leiden. Der Weg ist oftmals so steinig, dass ein Zweifler keine Chance hat.»

Beiträge

  • Karin Frei stellt die Gästerunde vor.

  • «Wenn es nicht läuft, muss ich ein wenig jammern.»

    Gabriela Amgarten, Unternehmerin im Kommunikationsbereich, ehemalige Fernsehmoderatorin und Leiterin Unterhaltung SRF, kennt als Selbständige Durststrecken. Sie erzählt, wie sie damit umgeht.

  • «Ich kann nicht mehr anderen Leuten die Schuld geben.»

    Denise Kiràly, Inhaberin Café und Bar «Simpel» in Bern, beschreibt die Verantwortung gegenüber ihren Angestelten. Dies schmälere ihre Freiheit und Selbständigkeit.

  • «Als ich krank wurde, dachte ich ans Aufgeben.»

    Yves Studer, selbständiger Lastwagenfahrer, erkrankte zwei Mal schwer. Dies brachte ihn in grosse finanzielle Nöte. Einige Kunden hätten nicht mehr bezahlt, weil sie dachten, er würde sowieso nicht überleben.

  • «Ich musste lernen, mit der Einsamkeit umzugehen.»

    Benedikt Germanier, Unternehmer, Skiproduzent und ehemaliger Banker, beschreibt den Schritt vom Gross- zum Kleinstunternehmen. Plötzlich seien seine Freunde nicht mehr da gewesen. Heute sei er gerne «Zigeuner».

  • «Es braucht eine Kultur des Scheiterns.»

    Peter Schüpbach, Unternehmer E-Commerce und Business Angel, wurde massiv angegriffen nach dem Zusammenbruch seiner Firma Miracle. Viele Anleger hatten Geld verloren. Scheitern sei in anderen Ländern - im Gegensatz zur Schweiz - sogar ein Wertfaktor.

  • «Häufig sind es strategische Fehler!»

    Raoul Egeli, Betriebsökonom und Präsident des Schweizerischen Verbands Creditreform, erklärt, warum fast die Hälfte aller Unternehmen nach 3-5 Jahren wieder eingehen. Man müsse auch rechtzeitig erkennen, wann die Reissleine gezogen werden muss.

  • Selbständige sind glücklicher!

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