Wenn Frauen schlagen

  • Dienstag, 1. Oktober 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 1. Oktober 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 2. Oktober 2013, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 2. Oktober 2013, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 3. Oktober 2013, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 3. Oktober 2013, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 5. Oktober 2013, 14:05 Uhr, SRF info

Gewalt ist keine Frage des Geschlechts. Auch Frauen schlagen ihre Männer – häufiger als angenommen. Doch wer nimmt einen Mann ernst, der von sich sagt, er sei ein Opfer häuslicher Gewalt? Geschlagene Männer leiden immer doppelt – unter der Gewalt und dem Hohn. Das grosse Tabu ist Thema im «Club».

Die Prügel-Vorwürfe gegen Martina Hingis bringen ein verdrängtes Problem ans Tageslicht: Häusliche Gewalt mit vertauschten Rollen - die Frau als Täterin, der Mann als Opfer. Auch Tennislegende Boris Becker klagt aktuell in den Boulevardmedien, dass ihn Ex-Frau Babs einst wie von Sinnen geschlagen habe. 2012 zählte das Bundesamt für Statistik bei 8949 Anzeigen 2248 männliche Opfer - rund ein Viertel.

Experten rechnen mit einer grossen Dunkelziffer. Aus Scham und Angst vor Spott wagen es viele Männer nicht, zu erzählen, dass sie von ihrer Partnerin geschlagen werden. Das zeigen die Erfahrungen der Betroffenen, die in ihrer Umgebung zur Lachnummer werden und bei Behörden auf Ungläubigkeit stossen. Beides macht ihr Los nicht einfacher. Sind Kinder mit im Spiel, so kann sich der Druck zur Katastrophe steigern. Aber auch die Täterinnen stecken im Konflikt mit herkömmlichen Rollenbildern. Die sanftmütige Mutter und liebevolle Ehefrau verträgt sich schlecht mit der Vorstellung der prügelnden Furie. Gemäss Experten sind es bei gewalttätigen Frauen oft Schuldgefühle, die sie daran hindern, sich an Aussenstehende zu wenden und Hilfe zu holen.

Im «Club» unter der Leitung von Karin Frei steht dieser Teufelskreis zur Diskussion. Männliche Opfer häuslicher Gewalt erzählen über ihre persönlichen Erfahrungen und fragen sich mit Experten, wie das grosse Tabu zugunsten von Offenheit gebrochen werden kann.

Gesprächsgäste:

Andreas Cabalzar, Leiter Männerhaus «Zeit-Haus» in Erlenbach ZH
Franziska Greber, Psychotherapeutin und Co-Leiterin IST Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt Kanton Zürich
Corinne Greuter, Fachstellenleiterin Häusliche Gewalt Stadtpolizei Winterthur
Oliver Hunziker, Präsident VeV Schweiz – Verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter
Jürg Acklin, Psychoanalytiker und Schriftsteller

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Die Frau als Täterin und der Mann als Opfer häuslicher Gewalt. Karin Frei präsentiert Thema und Gesprächsrunde:

  • Erich, anonymisiertes Gewaltopfer

    So kam es, dass ich von meiner Frau verprügelt wurde:

  • Corinne Greuter

    Was passiert bei der Polizei, wenn sie wegen häuslicher Gewalt alarmiert wird und stimmt der Vorwurf, dass sie in der Regel den Mann wegweist, selbst wenn er das Opfer ist?

  • Andreas Cabalzar

    Warum können Gewalt und Scham Männer zum Verstummen bringen?

  • Jürg Acklin

    Obwohl es kaum wissenschaftliche Fakten über Frauen als Täterinnen häuslicher Gewalt gibt, kann der Psychoanalytiker dennoch Substanzielles beisteuern:

  • Oliver Hunziker

    Männer als Opfer häuslicher Gewalt kämpfen oft auch gegen behördliche Diskriminierung:

  • Franziska Greber

    Gewalt und Streit - wo verläuft die Grenze?

Mehr zum Thema