Wie das Leben so spielt: Peter Freiburghaus im «Bestatter»

Peter Freiburghaus spielt in der neuen Staffel des «Bestatter» den Einsiedler Schwarzkittel. Freiburghaus – vor allem durch das schrullige Duo Fischbach bekannt – ist nicht nur Kabarettist. Er ist Künstler durch und durch. Wir haben ihn in seinem Theater getroffen.

Peter Freiburghaus vor roten Stühlen.

Bildlegende: Die Bühne ist Peter Freiburghaus' Revier – und im «Bestatter» auch der Wald. srf

Ein Einsiedler ist er nicht. Mit dem Waldmenschen, den er in der vierten Staffel des «Bestatter» spielt, hat er jedoch eines gemeinsam: die Bescheidenheit. Peter Freiburghaus lebt zurückgezogen in einem Bauernhaus am Rigi. Und auch, wenn es um seine Karriere geht, hält er sich zurück. «Ich kann das meiste nicht wahnsinnig gut. Aber wenn ich meine Talente zusammenwurschtle, wird’s meistens was», stapelt der Berner tief. Trotz einer Karriere mit vielen Höhenflügen.

Das Duo Fischbach winkt.

Bildlegende: Winke, winke! Das Duo Fischbach hat schon viel Applaus gekriegt. Keystone

Das schrulligste Schweizer Paar

Bekannt ist Peter Freiburghaus vor allem als Ernst. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin Antonia Limacher mimt er seit über 25 Jahren das kauzig-knorrige Ehepaar Fischbach. Das Duo begeistert massenhaft Menschen – füllt Beizen, Kleintheater sowie Zirkuszelte.

«Die Spinnerei des Abendlands» aufs Korn zu nehmen, wie Fischbach die Ehe augenzwinkernd nennt, mache ihm noch heute Spass: «Ich habe immer wieder Freude an den Fischbachs. Auch, weil wir nicht mehr so viel spielen wie früher.»

Vom Strasse, in den Keller und hoch hinaus

Alles begann für Freiburghaus auf der Gasse. Mit dem Strassentheater «Zampanos Variété» zog Peter Freiburghaus zehn Jahre lang mit Erfolg um die Häuser. Dann versuchte er sich als mieser Kellner. Mit «Harul’s Top Service», einer komischen Kellnergruppe, bediente er weltweit Menschen schlecht – und kam damit hervorragend damit an.

«Wir kamen überall herum, wurden gar nach Monaco eingeflogen. Es war unglaublich. Wir ‹Löle› lebten in Saus und Braus», erinnert sich Freiburghaus. Ein Höhepunkt seine Karriere. Auch, weil er damals seine Lebens- und Bühnenpartnerin Antonia Limacher, Frau Fischbach, traf.

Träume, die das Leben schreibt

Inzwischen haben die Prix-Walo-Gewinner ihre eigene Bühne – das «Theater Fischbach» im beschaulichen Küssnacht am Rigi. Damit ging kein Traum in Erfüllung: «Ich hatte nie den Traum eines eigenen Theaters. Aber es ist schön, eines zu haben», sagt Freiburghaus. Aus einem Proberaum sei dank der Initiative einer Bekannten, der heutigen «guten Seele des Hauses», eine beliebte Bühne geworden.

«Bei mir muss alles geng chli passiere», sagt der bescheidene Berner. Doch bei so vielen Talenten kann der Zufall nur eine Nebenrolle spielen: Freiburghaus ist Kabarettist, Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner und Schauspieler – auf Bühne wie am Bildschirm, spielte etwa 2012 einen Alzheimer-Kranken in «Nebelgrind», einen Wirt im «Tatort» oder einen strengen Vater in «Dinu».

«Ich nehme die Rollen an, die ich kriege – wie alle Schauspieler», sagt Freiburghaus schmunzelnd. Was seine Lebensrolle betreffe, habe er jedoch keine andere Wahl gehabt: «Das Künstlerische war nicht ganz freiwillig, denn am Bürotisch wäre ich verzweifelt.»

Ein Diorama mit Hunden.

Bildlegende: Ein Werk des Kunstmalers Freiburghaus: «Hundeausstellung». Peter Freiburghaus

Werken bis zum Gnadenbrot

68 Jahre alt ist Freiburghaus mittlerweile. Doch wenn andere sich zur Ruhe setzen, entdeckt er neue Talente: «Zurzeit fühle ich mich als Kunstmaler am wohlsten», verrät er – und zeigt stolz seine filigranen Werke. Er sei einer, der immer was tun müsse, sonst sei er unterfordert.

Ein grosses Werk, an dem er stets weiterfeilte, neigt sich jedoch dem Ende zu: Das Duo Fischbach geht 2016 auf seine letzte grosse Tour. Bei «Endspurt» ist der Name Programm. Wahrscheinlich. Beim umtriebigen Freiburghaus ist man da nie so sicher. Den Titel zu seinem allerletzten Programm hätte er jedenfalls schon: «Gnadenbrot».

Sendehinweis

«Der Bestatter» mit Peter Freiburghaus. Immer dienstag um 20.05 auf SRF 1 – vom 5. Januar bis zum 9. Februar 2016.