Bernhard Kipfer – Minensucher in Algerien

Sein Job ist lebensgefährlich. Trotzdem wollte der gelernte Elektroingenieur aus seinem Arbeitsalltag in der Schweiz ausbrechen. Seit fünf Monaten lebt der Emmentaler in einem Camp der UNO im algerischen Tindouf. Seine Arbeit: Das Bergen von Landminen und Blindgängern.

Bernhard Kipfer trägt einen Schal um den Kopf.
Bildlegende: Bernhard Kipfer riskiert sein Leben in Algerien. zVg

Einsatz für den Frieden

Bernhard Kipfer hat sich im letzten Jahr bei SWISSINT beworben. Das Kompetenzzentrum der Schweizer Armee koordiniert friedensfördernde Einsätze im Ausland. Eine Mission ist das Dreiländereck Algerien, Marokko und Mauretanien.

Algerien ist gezeichnet vom 15-jährigen Krieg in der Westsahara. «Bis heute leben über 100'000 Vertriebene in überfüllten Camps», sagt Bernhard Kipfer. Die Wüstengegend sei eine der verseuchtesten Minen-Gegenden weltweit. Bis heute gäbe es täglich Minenopfer.

Zusammen mit Frente Polisario, der militärischen und politischen Organisation in der Westshara, organisiert Bernhard Kipfer ein Landminen Säuberungsprojekt. Seinen Einsatz im Krisengebiet bereut er nicht, dennoch fehlt ihm etwas: Sich frei bewegen zu können.

Gefährlicher Arbeitsalltag

Immer wieder muss Bernhard Kipfer raus auf die Minenfelder. Ohne Geleitschutz geht gar nichts, sagt er: «Ich muss mein Anliegen 24 Stunden im Voraus anmelden, wenn ich aus dem Camp will. Sechs Männer beschützen jeweils den Konvoi.»

Der Emmentaler gibt zu, dass es ihm manchmal schwer fällt, sich nicht frei bewegen zu können. Die Lage habe sich zugespitzt.
«Der IS nutzt den Konflikt zwischen Algerien und Marokko aus», sagt Bernhard Küpfer: «Sie haben direkte Drohungen an Algerien ausgesprochen.»

Allzeit bereit

Lebenswichtige Dinge hat Bernhard Küpfer immer griffbereit: «Ich habe Medikamente, Kleidung und Pass jederzeit zur Hand, falls ich plötzlich mit dem Helikopter ausgeflogen werden muss.»
Trotzdem denkt der Emmentaler nicht an eine Rückkehr in die Schweiz: «Ich rechne jeden Tag damit, dass etwas passiert. Aber mir ist es wichtig, meinen Beitrag zur Friedenslösung leisten zu können.»

Gespielte Musik

Redaktion: Pascale Folke