Jacqueline Dolder, Italien: «Künstler sind nicht abgehoben»

Seit über dreissig Jahren lebt Jacqueline Dolder mit ihrer Familie in einem alten italienischen Steinhaus. Ihr Mann und ihr Sohn sind namhafte Künstler. Sie selbst kümmert sich um den Skulpturengarten und zieht die Fäden im Hintergrund: «Meine Männer machen Kunst und ich behalte die Bodenhaftung.»

Jacqueline Dolder steht inmitten eines riesigen Bambusheines in ihrem Kunstgarten La Serpara.
Bildlegende: Civitella d’Agliano liegt 104 Kilometer nördlich von Rom. zVg

Der Kunstgarten ist schon längst kein Geheimtipp mehr. «La Serpara» liegt ausserhalb der Ortschaft Civitella d'Agliano. «Es ist ein besonderer Garten», sagt Jacqueline Dolder.

Das Konzept: Der Garten verbindet Kunst mit der Natur und ist ein Rückzugsort. «Wir wollen den riesigen Kunstgarten mit anderen teilen. Deshalb sind Gäste bei uns willkommen», so die Thunerin. Das Spektrum der Gäste würde in etwa der Artenvielfalt der Pflanzen im botanischen Garten entsprechen.

Befreundet mit Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle

Von überall her kommen Künstler und andere Besucher, um im Garten «La Serpara» zu arbeiten und ihre Seele baumeln zu lassen. Jacqueline Dolder pflegt den Naturgarten mit viel Geduld und Herzblut.

Als 20-Jährige lernte sie ihren Mann, den Künstler Paul Wiedmer, kennen und tauchte schnell in die Künstlerszene ein. Paul Wiedmer ist bekannt für seine Eisenskulpturen. Künstler wie Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle gehörten zum Freundeskreis des Paares.

«Künstler arbeiten hart»

Abgehoben seien sie nicht, sagt die ehemalige Lehrerin: «Künstler arbeiten hart und viele Stunden an ihren Objekten.» Vielmehr seien es die Kunstinteressierten, die sich an den Vernissagen ein bisschen anders benehmen.

Gespielte Musik

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Pascale Folke