Judith Greiner und das «akademische Viertel» in Wien

Die heute 47-jährige Judith Greiner-Karrer wanderte vor zwölf Jahren der Liebe wegen nach Wien aus. Das erste, was sie in Wien erlebte, war eine Identitätskrise. Schweizer und Österreicher seien gleich, meine man immer, dachte sie. Weit gefehlt, wie sie sich heute zurück erinnert.

Bildlegende: zVg

In der Kommunikation habe jede Nationalität ihre eigenen Codes.  In Österreich würden Schweizer deshalb als direkt gelten, wenn nicht gar unhöflich. In Österreich gelte das «akademische Viertel», allerdings kommen die Leute schlussendlich oft eine halbe Stunde zu spät, was für eine pünktliche Schweizerin nicht einfach sei. Auch mit der ganzen Titelflut musste sich Judith Greiner zuerst etwas anfreunden und verstehen lernen, welcher Titel was bedeutet. So sind zum Beispiel alle Hofratstitel für Beamte reserviert.

Die viel gelobte Wiener Gemütlichkeit, die gebe es wirklich, sagt Judith Greiner. Und im Winter, wenn wieder Theater- und Ballsaison ist, tanzt auch sie mal mit ihrem Wiener Mann einen Walzer auf einem Ball.

Gespielte Musik

Moderation: Stefan Kohler, Redaktion: Regula Zehnder