Mirjam Gerber: «Im türkischen Alltag wird man kreativ»

Vor zehn Jahren zog Mirjam Gerber zu ihrem Freund und heutigen Lebenspartner nach Istanbul. Ihr gefällt die lebhafte, spontane und laute Art der Menschen. Auch die Buntheit der Stadt und die Verschiedenheit der Leute mag sie sehr.

Selfie von Mirjam Gerber.
Bildlegende: In Istanbul zuhause: Mirjam Gerber. zvg

Bei aller Zuneigung für die neue Heimat: Mit dem ausgeprägten hierarchischen Denken in der türkischen Gesellschaft bekundet Mirjam Gerber eher Mühe. Ungewohnt sind für sie auch das Patriarchat und das grosse Gefälle zwischen den Reichen, die ihren Reichtum hemmungslos zur Schau stellen, und den Armen, die nichts haben.

Zusammen mit ihrem Mann betreibt Mirjam Gerber mitten in der Stadt ein kleines Restaurant. Im Angebot sind unter anderem selber produzierte Würste, in Istanbul eher eine Seltenheit. Würste findet man nämlich nur wenig auf den Speisekarten.

Sorgen bereitet ihr die Zukunft des Landes. Die Anschläge in Ankara und Istanbul haben auch sie vorsichtig und angespannt gemacht. Zudem schaut sie mit Kummer auf die politische Entwicklung hin zu einer Autokratie ohne Mitsprachemöglichkeiten der Bevölkerung.

Gespielte Musik

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Jürg Oehninger