Der General, der die Schweiz rettete - Guillaume Henri Dufour

Im Sonderbundskrieg kämpfen zum letzten Mal bewaffnete Schweizer gegeneinander. Der letzte eidgenössische Bürgerkrieg wird von einem General gewonnen, dessen oberstes Ziel die Vermeidung von Opfern ist: Guillaume Henri Dufour.

Die Schlacht bei Gislikon gedreht in Merlischachen.

Bildlegende: Die Schlacht bei Gislikon gedreht in Merlischachen. SRF/Daniel Ammann

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts droht die Schweiz auseinanderzubrechen. Radikale Demokraten fordern mehr Rechte für das Volk. Konservative Kantone wollen sich nicht dem Diktat der liberalen Mehrheit beugen. Radikale Heisssporne ziehen bewaffnet gegen die Innerschweiz – und werden blutig zurückgeschlagen. Die Konservativen holen Jesuiten aus dem Ausland und nehmen heimlich Kontakt auf mit monarchistischen Mächten. Das ist der Funke, der zum offenen Krieg führt. Die Tagsatzung in Bern beschliesst eine Militäraktion gegen die konservativen Kantone. 1847 kommt es zum Sonderbundskrieg. Die Truppen der Tagsatzung stehen unter dem Kommando von General Dufour.

Michel Voïta als General Guillaume Henri Dufour

Bildlegende: Michel Voïta als General Guillaume Henri Dufour SRF/Daniel Ammann

Der Genfer Guillaume Henri Dufour ist bei seiner Wahl bereits sechzig und hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Offizier unter Napoleon, Leiter einer Militärschule in Thun, Kantonsingenieur in Genf, Kartograf und Begründer der ersten topografischen Landeskarte der Schweiz. Als General ist er auch in den eigenen Reihen keineswegs unumstritten. Vielen gilt der konservative Herr aus Genf als zu weich und zu unentschlossen, um einen Krieg zu gewinnen. Und dann stellt er auch noch Bedingungen, die man im damaligen Parlament, der Tagsatzung, unverschämt findet. Er will diesen Krieg zurückhaltend führen und möglichst unblutig.

Er legt Wert darauf, dass die Soldaten des gegnerischen Sonderbunds nicht als Feinde behandelt werden, sondern als «Brüder des gleichen Landes». Einer seiner härtesten Kritiker ist der Berner Politiker und Offizier Ulrich Ochsenbein. Ochsenbein hat als Anführer an einem Freischarenzug gegen Luzern teilgenommen und müsste nach heutigen Massstäben als Terrorist gelten. Doch er entwickelt sich zu einem der einflussreichsten Politiker des jungen Bundesstaates und gehört 1848 zum ersten Bundesrat der Schweiz. Er sieht ein, dass Dufour mit seiner sanften Kriegsführung genau der richtige Mann für dieses Kommando war. Später bedankt er sich bei Dufour, indem er seinem neuen Freund zu einem Sitz im Nationalrat verhilft, nachdem dieser in seiner Heimatstadt Genf in Ungnade gefallen ist.

Ausstrahlung SRF: 21. November 2013, 20:05

Darsteller:

  • Michel Voïta (Guillaume Henri Dufour)
  • Matthias Fankhauser (Ulrich Ochsenbein)
  • Gilles Tschudi (James Fazy)
  • Samuel Streiff (Constantin Siegwart-Müller)
  • Barbara Tobola (Suzanne Dufour)

Drehbuch:

  • Michael Sauter
  • Thomas Buomberger

Historiker/innen:

  • Thomas Maissen, Universität Heidelberg
  • Irène Herrmann, Universität Genf

Erzähler:

  • Max Moor

Kamera:

  • Thomas Wüthrich

Produktion:

  • Triluna Film, Rudolf Santschi

Redaktion SRG:

  • Niklaus Schlienger

Regie:

  • Dominique Othenin-Girard

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