Maurice Ravel: Streichquartett F-Dur

Ein einziges Streichquartett schreibt Maurice Ravel, da ist er noch jung, erst 27. Aber es klingt gar nicht nach Fingerübung, im Gegenteil, ein starker poetischer Zauber geht von dem Werk aus.

Maurice Ravel und Pelota-Spieler
Bildlegende: Verstoss gegen die Normen: Komponist Maurice Ravel (2 v.r.), hier mit Pelota-Spielern. Wikimedia

Das finden die Herren über die französische Musik aber nicht. Sie sitzen im Conservatoire de Paris, vergeben jedes Jahr DEN nationalen Musikpreis namens «Prix de Rome» und schliessen Ravels Quartett vom Wettbewerb aus, weil es gegen die Kompositionsnormen verstosse. Darüber regt sich halb Frankreich auf, eine öffentliche Diskussion entbrennt, in die sich auch Claude Debussy zugunsten seines Kollegen einmischt.

Die Geschichte gibt ihm Recht, Ravels Streichquartett ist zwar nicht so populär wie sein «Boléro», gefällt aber auch dem heutigen Publikum mit seiner Mischung aus swingendem Rhythmus und exotisch wirkenden Harmonien.
Lislot Freis Gäste, die Cellistin Martina Schucan und der Bratschist Michael Schwendimann, repräsentieren die tiefen Streicherstimmen und vergleichen aus ihrer Warte «von unten» fünf Aufnahmen des Werks.

Erstausstrahlung: 05.01.15.

Redaktion: Lislot Frei