Sahara – das mächtige Land ohne Wasser

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Mit über neun Millionen Quadratkilometern bedeckt sie fast ein Drittel von Afrika. Die Sahara ist eine oft lebensfeindlich scheinende Wüste. Der fünfte Teil der BBC-Serie zeigt, dass einige Tiere und Pflanzen hartnäckig den harschen Bedingungen in der Hitze und Öde trotzen.

Nur etwa ein Fünftel der Sahara besteht tatsächlich aus Sand. Doch die teilweise eineinhalb Kilometer breiten Sandstürme können ganze Karawanen verschlucken.

Ein Pillendreherweibchen ernährt sich in der Wüste von heruntergefallenem Dromedarmist. Diese schiebt er von hinten vor sich her. Doch der Käfer sieht nicht, wohin er seine Nahrung rollt – und den Abhang mitsamt begehrtem Proviant wieder hinauf zu krabbeln, kann sich im lockeren Sand schnell zur Sisyphusarbeit entpuppen.

Silberameisen in der unerbittlichen Mittagshitze

Die hitzetolerantesten Tiere der Sahara sind die Silberameisen. Ihr glänzender Körper reflektiert die unerbittlich niederbrennende Sonne, doch in der Mittagszeit können auch sie nicht länger als zehn Minuten aus ihrem Bau. Die Futtersuche muss äusserst schnell und speditiv verlaufen.

Auch der Nacktmull lebt in kühleren Gängen unterhalb der Oberfläche. Ähnlich wie staatenbildende Insekten leben Nacktmulle in grossen Gemeinschaften, angeführt von einer Königin. Nur selten und meist nachts wagt sich ein Tier an die Erdoberfläche. Oft sind es «Prinzessinnen», die ausziehen, um einen neuen Staat zu gründen.

Die Wüstenrose - eine verdorrte Staude auf der Suche nach Wasser

Rauchschwalben sind auf dem Weg vom Durst geplagt. Wenige Seen liegen auf ihrer Strecke von den südlichen Winterquartieren nach Europa. Doch das allzu salzhaltige Wasser in der Sahara bleibt für die Zugvögel ungeniessbar. Die Abermillionen Fliegen jedoch können dieses Wasser filtern. Die Feuchtigkeit, die die Rauchschwalben beim Fliegenverzehr aufnehmen, genügt, um für die weitere Reise gestärkt zu sein.

Nicht nur Tiere haben sich an die extremen Temperaturen angepasst. Die Äste der kugelförmigen Wüstenrose wirken leblos. Aus dem trockenen Boden gerissen, fliegt die verdorrte Staude durch die Wüstenlandschaft. Erst auf nassem Untergrund falten sich die eingerollten und ausgetrockneten Äste binnen Minuten auseinander. Zusätzlicher Regen lässt ihre Samenkapseln aufbrechen und neues Leben entstehen.

Urzeitliche Seen, versteinerte Bäume

Bei Extremtemperaturen von 70 Grad zeigt sich das Geheimnis der singenden Dünen. Wenn kein Tropfen Wasser mehr den Sand zusammenklebt, gleiten Abermillionen von Sandkörnern hinunter und bilden ein oft kilometerweit hörbares Summen.

Die Sahara war vor wenigen tausend Jahren fruchtbares Land, davon zeugen heute versteinerte Bäume, steinzeitliche Tierdarstellungen in den Felsen von Messak Settafet und Krokodile in den Kraterseen des Vulkans Waw an-Namus. In der Bodéléke-Senke im Tschad wird das vertrocknete Sediment eines urzeitlichen Sees aufgewirbelt. Die Mineralien trägt der Wind bis nach Südamerika ins Amazonasgebiet, wo sie den Boden des Regenwaldes nähren.