Ein Feuerbunker kann Leben retten

Australien-Korrespondent Urs Wälterlin hat sich bei seinem Haus einen eigenen Feuerbunker gebaut. Bei einem Feuersturm, sei das die einzige Chance vielleicht mit dem Leben davon zukommen.

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Urs Wälterlin zeigt Sven Furrer seinen Feuerbunker

2:56 min, vom 5.12.2014

Eingang zum Feuerbunker

Bildlegende: Der Eingang zum Feuerbunker der Familie Wälterlin. SRF

«Nein, eine Lebensversicherung ist er nicht. Nur eine letzte Zuflucht, eine letzte Chance, mit dem Leben davon zu kommen», sagt Urs Wälterlin, SRF-Korrespondent in Australien. Er und seine Familie wohnen in der Nähe der Kleinstadt Goulburn, umgeben von Wäldern.

«Waldbrände sind eine allgegenwärtige Gefahr», sagt er. «Als Folge des Klimawandels und der dadurch zunehmenden Trockenheit wird diese Gefahr jedes Jahr grösser.» Wenn ein Feuersturm kommt, sei das der «GAU» unter den Waldbränden, so Wälterlin. Dann habe man kaum noch eine Überlebenschance.

Eine Zuflucht für Menschen und Tiere

Vor etwas über zwei Jahren baute der Australien-Korrespondent hinter seinem Haus einen eigenen Feuerbunker. Ein alter Schiffscontainer wurde in einen Hügel gesenkt, darüber kamen zehn Zentimeter Erde. «Die Türe liess ich so konstruieren, dass sie sich von aussen und innen gut öffnen lässt, auch wenn die Hitze das Metall dehnen sollte.» Für den Fall, dass man doch gefangen ist, hat Urs Wälterlin ein kleines Sichtfenster aus feuerfestem Glas installiert. «Das kann man im Notfall von innen entfernen, so dass Luft herein kann», sagt er. Eine Luftversorgung braucht der Bunker selbst nicht. «Ein Feuersturm dauert in der Regel etwa 20 Minuten. So lange können im Bunker vier Leute gut überleben.» Vier Menschen, die beiden Hunde, vier Hühner und Susi, das Schweinchen. «Ich darf nicht daran denken, was es da drin im Ernstfall für eine Schweinerei anrichten würde», sagt Wälterlin.

Wer im australischen «Busch» lebt, hat einen «Feuerplan»

Das Haus von Urs Wälterlin

Bildlegende: Das Haus von Urs Wälterlin ist umgeben von Wäldern. SRF

Das wäre im Notfall allerdings seine kleinste Sorge. «Bei einem Feuersturm überrollen Flammen von 100 Metern Höhe das Haus, in rasender Geschwindigkeit», sagt er. «Ein Gebäude verpufft darin buchstäblich». Wie viele Leute im australischen «Busch» haben auch die Wälterlins einen «Feuerplan»: «Evakuieren, so früh wie möglich, das ist das A und O des Überlebens». Die meisten Menschen sterben, weil sie zu lange warten, um einem nahenden Feuer zu entkommen. Nur wenn es dafür zu spät ist, geht es in den Bunker. «Ich hoffe, dass wir ihn nie brauchen werden», sagt Wälterlin.

«12'378 km Australien»

«Folge 3: Von Canberra bis Katoomba» Freitag, 28. November 2014, 21:00 Uhr, SRF1

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