Der Elternmord von Wohlen

Kriminalfälle Sélection, Folge 2

  • Donnerstag, 17. Juli 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 17. Juli 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 18. Juli 2014, 5:55 Uhr, SRF 1
    • Dienstag, 22. Juli 2014, 3:45 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 23. Juli 2014, 11:35 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 24. Juli 2014, 3:15 Uhr, SRF 1
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Anfangs 1991 erschütterte ein mysteriöser Doppelmord den Kanton Aargau: Das Ehepaar Peter und Ursula Breitschmid wurde in seiner Villa in Wohlen aus nächster Nähe erschossen. Ein bewegender Einblick in eine Welt voller Habgier, Lügen und Ruchlosigkeit.

Wiederholung vom 14.07.2009

Ein Film von Fiona Strebel

Es war ein spektakulärer Indizienprozess, der 1995 im aargauischen Bremgarten über die Bühne ging - mit drei schillernden Angeklagten: Romano Breitschmid, Artist und 31jähriger Adoptivsohn der Ermordeten, sein 65jähriger italienischer Bühnenpartner Giorgio S. und dessen 57jähriger Bruder Riccardo. Ein Prozess, in welchem zwei der drei Angeklagten sich gegenseitig die Schuld zuschoben und der Dritte überhaupt nichts mit dem brutalen Verbrechen an Peter und Ursula Breitschmid zu tun haben wollte. Vier Jahre zuvor hatte die Polizei am Tatort weder Tatwaffe, noch Fingerabdrücke, noch andere Spuren sicherstellen können. Das einzige, woran sie sich zu Beginn der Ermittlungen festhalten konnte, war ein weisser Renault 5 mit französischem Kennzeichen, der in unmittelbarer Nähe der Villa Breitschmid parkiert war. Bald stellte sich heraus, dass der Adoptivsohn der Breitschmids, Romano, eine zentrale Rolle in dem tödlichen Drama spielte. Doch Romano sah sich als Opfer und behauptete, den Mord an seinen Eltern kurz vor dem vereinbarten Termin abgeblasen zu haben.

Im Film von Fiona Strebel äussern sich Gerichtspsychiater Josef Sachs, der Chef der Aargauer Kantonspolizei, Urs Winzenried, sowie Freunde von Romano und der Familie Breitschmid zum Fall. Christian Breitschmid, der damals seine Eltern ermordet auffand, erzählt, wie er den Schock verkraftete und warum er trotz allem lange zu seinem Bruder Romano hielt. Strafrechtsexperte Christian Schwarzenegger erklärt, warum Romano Breitschmid vom Bezirksgericht Bremgarten trotz seiner Beteuerung, den Mordplan aufgegeben zu haben, wegen Anstiftung zu Mord verurteilt wurde. Der Film zeigt, weshalb das Gericht gar nicht anders konnte, als auch Romanos Bühnenpartner Giorgio S. und den hartnäckig leugnenden Auftragsmörder Riccardo S. zu verurteilen. Alle drei zogen das Urteil ans Obergericht des Kantons Aargau weiter. Doch nur Romanos Bühnenpartner Giorgio wurde schliesslich rechtskräftig verurteilt. Dessen Bruder Riccardo nahm sich im Gefängnis das Leben und Romano Breitschmid starb 1996 vor der Berufungsverhandlung im Alter von 32 Jahren an Aids.