Spion wider Willen

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Im September 2012 verurteilt das Bundesstrafgericht Bellinzona drei Schweizer zu harten Strafen wegen «Förderung der Herstellung von Kernwaffen». Laut Anklage haben die drei Jahre lang illegal Nukleartechnik verkauft. Doch dahinter versteckt sich noch eine ganz andere Geschichte.

Ein Film von Hansjürg Zumstein

Man stelle sich vor: Der libyische Diktator Muammar al-Gaddafi hätte über eine Atombombe verfügt. Welchen Verlauf hätte dann die Rebellion gegen ihn genommen? Hätte er seine politischen Gegner nicht nur mit Artilleriefeuer bekämpft, sondern gar mit nuklearen Mitteln?

Wir wissen es nicht. Aber was wir wissen: Er besass keine Atombombe. Das ist unter anderem einem Schweizer Mechaniker zu verdanken, und davon handelt der Film «Spion wider Willen». Ein Krimi der speziellen Art: Es geht um Spionage, um heikle Geschäfte und um Verrat. Im Mittelpunkt steht Urs Tinner, laut Medienberichten ein Ingenieur, ein Bombenbauer, ein Nukleartechniker. Doch Tinner ist weder Ingenieur noch Bombenbauer, sondern ein einfacher Mechaniker, allerdings ein besonders begabter.

Im Vertrauen mit einem der gefährlichsten Männer der Welt

Im Krimi «Spion wider Willen» erzählt Urs Tinner erstmals und exklusiv, wie das Schicksal ihn mitten in die Weltgeschichte katapultierte. Er spricht davon, wie er zum Vertrauten eines Mannes wurde, der als einer der gefährlichsten Männer der Welt gilt: A. Q. Khan, ein pakistanischer Ingenieur, verantwortlich für die atomare Aufrüstung dieser islamischen Nation.

Der Film erzählt, wie der Schweizer Mechaniker heimlich die nuklearen Baupläne dieses Mannes kopiert. Und schliesslich dessen geheime Lieferungen von Nuklearmaterial an Muammar al-Gaddafi dem amerikanischen Nachrichtendienst CIA verrät. Aufgrund dieser Information können die Amerikaner das gefährliche Atombomben-Programm des libyschen Diktators rechtzeitig stoppen – die Welt atmete auf.

Ein umstrittenes Kapitel Schweizer Geschichte

Für Urs Tinner hingegen verlief die Geschichte weniger günstig: Er sass über vier Jahre lang in Untersuchungshaft, wurde schliesslich – trotz massiver Interventionen aus den USA – verurteilt. Weshalb es zu diesem Urteil kam und was Urs Tinner heute macht: Der Film «Spion wider Willen» gibt einen exklusiven Einblick in eines der umstrittensten Kapitel der jüngsten Schweizer Geschichte.

* Mit Material des Schweizerischen Bundesarchivs, CH-BAR#E4320C#1995/390#365*