Der Aufbruch

14 Tagebücher des Ersten Weltkrieges, Folge 1

  • Mittwoch, 4. Juni 2014, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 4. Juni 2014, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 5. Juni 2014, 5:15 Uhr, SRF 1
    • Montag, 9. Juni 2014, 11:35 Uhr, SRF 1
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Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren war der Auftakt für die gewaltigen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts, die zur Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse in der Welt führten. Die vierteilige, dokumentarische Dramaserie rollt die Ereignissse chronologisch auf.

Die Serie lässt Zeitzeugen anhand ihrer Tagebücher und Briefe zu Wort kommen. Männer, Frauen, Erwachsene und Kinder, Österreicher, Deutsche, Italiener, Russen, Franzosen, Briten und Kanadier. Der individuelle Blickwinkel ermöglicht sehr persönliche, doch zugleich universelle Einblicke in die Tragödien, die jeder Krieg — auch heute — mit sich bringt.

Als in Sarajewo der österreichische Thronfolger und dessen Frau ermordet werden, ist Europa ein hochgerüsteter und von Spannungen gezeichneter Kontinent. Scheinbar unaufhaltsam treibt alles auf einen Krieg zu. Die Menschen aller Nationen sind überzeugt, angegriffen zu werden. Propaganda-Meldungen über den raschen Vormarsch der Truppen und die ersten militärischen Erfolge befördern die Hoffnung auf einen schnellen Sieg – in vielen Ländern. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Nach nur drei Monaten sind bereits Hunderttausende Soldaten gefallen.

Die Protagonisten

Marina Yurlova ist 14, als sie den Beginn des Krieges in ihrem kleinen Heimatdorf im Süden Russlands erlebt. Die Glocken läuten und melden den Kriegsausbruch. Die Kosaken, zu denen Marina gehört, sind ein kriegerisches Volk und dem Zaren treu ergeben. Ihr Vater, ein Oberst der Kuban-Kosaken, zieht in den Krieg und lässt sie zurück. Marina schlägt sich auf eigene Faust bis zur Front durch, um ihren Vater zu suchen.

Käthe Kollwitz ist Sozialdemokratin und Kriegsgegnerin. Bei Kriegsbeginn muss sie sich mit ihrem 18 Jahre alten Sohn Peter auseinandersetzen, der sich freiwillig für den Kriegseinsatz melden will. Sie ist hin und hergerissen zwischen patriotischer Aufbruchsstimmung, Pflichtgefühl und der Angst um ihren Sohn. Schliesslich gibt sie Peter die Erlaubnis, in den Krieg zu ziehen. Mit grosser Anteilnahme verfolgt sie seinen Einsatz in Belgien – bis zu dem Tag, an dem ein Brief des Generalstabs eingeht.

Die zwölfjährige Elfriede Kuhr erlebt den Beginn des Krieges in Schneidemühl, unweit der Grenze zu Russland. In der Schule lernt sie, dass der Gebrauch von französischen und englischen Worten jetzt verboten ist. Es soll nur noch deutsch gesprochen werden. Zuerst freut sie sich über den Krieg, denn nach deutschen Siegen fällt die Schule aus. Aber Elfriede hat auch Angst. Es gibt Gerüchte, dass die Russen ihre Feinde lebend an Scheunentore nageln und die Front ist nicht weit entfernt. Ihre Grossmutter beruhigt sie: «Die Deutschen haben noch nie einen Krieg verloren.»

Karl Kasser ist 1889 im niederösterreichischen Kilb geboren. Seine Eltern sind Bauern. Wie vielen Bauern- und Arbeitersöhnen widerstrebt es ihm, in den Krieg zu ziehen. Trotz einer Handverletzung wird er tauglich geschrieben und muss wenige Monate nach Kriegsbeginn einrücken. Österreich-Ungarn ist ein Vielvölkerstaat, seine Truppen bestehen aus Angehörigen vieler verschiedener Völker, die zum Teil sogar unterschiedliche Sprachen sprechen. Unter ihnen fühlt sich Kasser einsam und verloren. Er soll an der Ostfront eingesetzt werden.

Yves Congar ist bei Kriegsbeginn 10 Jahre alt. Er lebt im französischen Sedan und ist überzeugt von der Überlegenheit der Franzosen und ihrer Waffen. Doch dann muss er erleben, wie sich dieses Bild als Trugbild der Propaganda erweist. Die Deutschen marschieren in seine Heimatstadt Sedan ein. Auch das Haus der Congars wird besetzt. Deutsche Soldaten werden in ihrer Wohnung einquartiert. Jetzt muss Yves Tür an Tür mit den verhassten «Hunnen» leben.

Die Darsteller

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