Die Front

14 Tagebücher des Ersten Weltkrieges, Folge 2

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Fast alle haben mit einem schnellen Ende des Kriegs gerechnet. Bis Weihnachten, so ihre Überzeugung, sei alles überstanden. Stattdessen wird aus dem europäischen Konflikt ein Weltkrieg, in dem mehr als 60 Millionen Soldaten kämpfen. Aus dem Bewegungs- wird ein Stellungskrieg.

Neue Artilleriegeschütze, Maschinengewehre und Giftgas erfordern immer mehr Opfer. In aller Eile werden Hilfsschwestern und Sanitäter ausgebildet. Doch auch sie können wenig ausrichten gegen die Zerstörungskraft der neuen Waffen. Nicht mehr Tapferkeit und Mut, sondern allein der Zufall bestimmt, ob der Einzelne überlebt oder nicht. Trotzdem wird weiter gekämpft. So viele Menschen sind gestorben, dass deren Opfer nicht vergeblich sein darf. Nur der Sieg kann sie rechtfertigen. Verständigung und Frieden sind vor diesem Hintergrund unmöglich geworden.

Die Protagonisten

Kosakensoldatin Marina Yurlova erlebt den Notstand der russischen Armee – mit viel zu wenig Gasmasken soll ihre Einheit in die tödlichen Wolken des deutschen Giftgases vorrücken. Marina überlebt den Angriff – wird aber verschüttet und für tot geglaubt auf dem Schlachtfeld zurückgelassen.

Sarah Macnaughtan stammt aus einer wohlhabenden britischen Familie und hat bereits im Südafrika-Krieg Erfahrung als Krankenschwester gesammelt. Nachdem sie den Schrecken der Westfront miterlebt hat, reist sie als Krankenschwester nach Russland, wo die Not noch grösser sein soll. Hier wird sie Zeugin des armenischen Genozids.

Der Österreicher Karl Kasser erlebt die schweren Kämpfe an der Ostfront. Im Schützengraben leidet er unter Hunger, Ratten und Dreck und unter dem ewigen Warten auf den nächsten Angriff. Einziger Trost für ihn sind die Feldpost-Briefe aus der Heimat. Bei einem Angriff wird ein Kamerad schwer verwundet. Er fleht Kasser an, bei ihm zu bleiben. Aber um nicht selbst zu sterben, muss er ihn liegenlassen. Kurz darauf wird auch er von einer Kugel getroffen.

Der französische Soldat Louis Barthas muss Frau und Kind zurücklassen, als er an die deutsch-französische Front eingezogen wird. Hier erlebt er die sinnlosen Angriffe, die fortgesetzt werden müssen, auch wenn eigentlich niemand mehr zum Kämpfen fähig ist.

Auf einer Patrouille im Niemandsland verliert Ernst Jünger die Orientierung und wird von Soldaten seines Zuges gerettet. Doch dann gerät er in eine britische Offensive, die mit massivem Artilleriefeuer eingeleitet wird. Sieben Tage und Nächte dauert der Beschuss und zermürbt die deutschen Soldaten. Sie lernen, dass das Überleben nur noch vom Zufall abhängt: «Ich habe keine Angst zu sterben. Aber wenn es denn sein muss, dann Mann gegen Mann, nicht wie ein Insekt, das von einem Stiefel zufällig zertreten wird.»

Die Darsteller

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