200 Tage mit Donald Trump

  • Mittwoch, 30. März 2016, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 30. März 2016, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 31. März 2016, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 4. April 2016, 11:20 Uhr, SRF 1
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Seit der Lancierung seiner Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten ist Donald Trump allgegenwärtig. Nichts scheint ihn zu stoppen, kein Tabu ist ihm zu heikel. Irgendwie wurde der Milliardär zum Helden der gewöhnlichen Amerikaner, die hunderte Meilen weit reisen, um ihn zu sehen.

Ein Film von David Muntaner

Vergangenes Jahr, zu Beginn seiner Kampagne, traf Donald Trump seine Wähler in kleinen Räumen und die Medien versammelten sich noch nicht in Horden. Das hat sich jedoch rasch geändert. Journalist David Muntaner wollte wissen, weshalb Donald Trump so schnell so viel Terrain gewinnen konnte. Der Journalist und sein Filmteam haben versucht, Donald Trump möglichst nahezukommen.

Oft erhielten sie das Recht zu filmen – allerdings lediglich die Show, die Trump veranstaltete. Fragen waren unerwünscht. Dabei hätte es viel zu klären gegeben. Trumps Provokationen gegen Muslime und Latinos zum Beispiel. David Muntaner kam während der Dreharbeiten zum Schluss, dass diese Distanz eine Strategie von Donald Trump ist. Er verkörpert ein «Anti-System» und ist damit ein «Anti-Kandidat» – offensichtlich etwas, worauf viele Wählerinnen und Wähler in den USA gewartet haben.

Donald Trump habe sich entschieden, eine Art Misstrauen zwischen ihm und den Medien zu etablieren – regelmässig verhöhnt er Journalisten während seinen Kundgebungen und seine Anhänger machen enthusiastisch mit. Donald Trump gefällt sich in dieser Rolle – er ist anders! Trump, der Wrestling-Fan, Trump, der Veranstalter von Fernsehshows, in denen es einen Job zu gewinnen gibt, Trump der aggressive Rhetoriker. Er will den «american dream» wieder aufleben lassen – und das kommt an. Vergessen scheint dabei, dass Donald Trump durch eine Erbschaft zu seinem immensen Reichtum kam und immer ein grosses Faible für Gigantomanie hatte. So baute er zum Beispiel in Atlantic City riesige Kasinos und Hotels, alles bankrott heute. Eine riesige Fehlinvestition, die hunderte von Amerikanerinnen und Amerikaner arbeitslos machte. Zudem vertritt Donald Trump eine ziemliche eigenwillige Unternehmensstruktur. So duldet er beispielsweise keine Gewerkschaften in seinen Unternehmen.

Obschon Donald Trump selbst kein Interview gegeben hat, gelingt es dem Filmemacher, die Person Trump fassbar zu machen. Er spricht mit Jugendfreunden, Geschäftspartnern, Kritikern. Donald Trump ist auf dem besten Weg, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden. Und langsam realisieren sogar seine Parteiverantwortlichen, dass sie vielleicht ein Problem haben.

200 Tage mit Donald Trump: Der enorme Aufwand des Dokumentarfilmers hat sich gelohnt. David Muntaner zeigt ein informatives Bild von diesem Mann, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden will.

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