«24h Jerusalem» – Osterspezial-Sendung

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Jerusalem fasziniert und beängstigt wie keine andere Stadt der Welt. Die Wiege der drei grossen monotheistischen Religionen ist seit Jahrzehnten Brennpunkt politischer Auseinandersetzungen und dadurch fast täglich in den Nachrichten. Aber gerade den Europäern bleibt die Stadt häufig ein Rätsel.

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Das gross angelegte Projekt «24h Jerusalem» ist ein aussergewöhnliches Fernseherlebnis, denn es erzählt einen Tag im Leben dieser einzigartigen Stadt und zeigt den Alltag verschiedenster Menschen, die in Jerusalem leben. Realisiert durch die Berliner Produktionsfirma «zero one 24» zusammen mit Algeria Productions (Paris) für Arte und den Bayrischen Rundfunk, vermittelt dieses ausserordentliche Projekt einen einzigartigen Einblick in diese Stadt. SRF strahlt «24h Jerusalem» am Ostersonntag auf SRF zwei aus, von 6.00 Uhr morgens bis um 6.00 Uhr am Ostermontag.

«24h Jerusalem» wurde im April 2013 gedreht. 70 Filmteams begleiteten rund 90 Protagonisten mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten bei der Arbeit und in der Freizeit, in engen Wohnungen und grosszügigen Villen, in Tempeln, Moscheen und Kirchen, in israelischen Siedlungen und palästinensischen Flüchtlingscamps. Manche von ihnen wurden über die gesamten 24 Stunden hinweg bei ihrem alltäglichen Schaffen begleitet, andere wiederum nur für ein paar Stunden.

Alltag einer multikulturellen Stadt

«24h Jerusalem» erzählt die Stadt durch die Augen der Menschen, die in ihr leben und die in ihre Widersprüche verstrickt sind: Juden, Muslime und Christen, Israelis, Palästinenser und Ausländer, Frauen und Männer, Immigranten und Alteingesessene, Gläubige und Atheisten, Nachteulen und Frühaufsteher.

Das 24-stündige Programm stellt die persönlichen Geschichten und Schicksale der Protagonisten in den Vordergrund. Die Themen, die die Einwohner Jerusalems repräsentieren, sind bewusst vielseitig gewählt. Dem Zuschauer eröffnet sich so ein facettenreicher Einblick in das Leben einer geteilten Stadt, in einen Alltag, der ständig bedroht ist und in der Konflikte und Reibungen an der Tagesordnung sind. Mit den Protagonisten erleben die Zuschauer die multikulturelle Stadt und lernen das Leben in Jerusalem mit all seinen Besonderheiten kennen: ob morgens, mittags, abends oder nachts.

Permanente Parallelmontage

«24h Jerusalem» ist eine permanente Parallelmontage in Echtzeit, die mal dem einen und mal dem anderen Protagonisten folgt, einzelne Geschichten aufgreift, wieder fallen lässt und zu ihnen zurückkehrt. Die Geschichten reiben sich aneinander, bekämpfen sich manchmal, harmonisieren oder stossen sich ab.

Die Erzählung ist horizontal angelegt und folgt dem Tagesverlauf: Wenn die Sonne in Jerusalem aufgeht, geht sie auch im Programm auf; erst wenn der Markt in Jerusalem öffnet, wird auch im Programm eingekauft. Alle 30 Minuten wird eine kurze Pause in der Erzählung gemacht, um den Stand der Dinge zu reflektieren. Ausserdem wird mit animierten Landkarten der Hintergrund der Geschichten verdeutlicht.

Palästinensische, israelische und europäische Filmteams

«24h Jerusalem» wurde als kultur- und religionsübergreifende Produktion gestaltet. Die Filmcrews waren je zu einem Drittel palästinensisch, israelisch und europäisch. Rund um den Dreh waren insgesamt 500 Personen vor und hinter den Kameras beschäftigt, die über 500 Stunden Filmmaterial produzierten.

Um die Balance zwischen israelischen, palästinensischen und europäischen Teams und Protagonisten zu wahren, gab es eine dreigeteilte Organisationsstruktur vor und während der Dreharbeiten: Palästinensische Teams begleiteten palästinensische Protagonisten, israelische Filmteams entsprechend Israelis, die europäischen Filmemacher hingegen Einwohner Jerusalems aller Kulturkreise. Um weiteres Konfliktpotential zu vermeiden, war die Recherche und Produktionsvorbereitung vor Ort ebenfalls getrennt. Die finanziellen Mittel für diese Produktion stammen aus Europa.

Hier geht's zum Making-of von «24h Jerusalem»

Beiträge

  • Video «24h Stunden Jerusalem: Der Morgen (6:00 - 9:00)» abspielen

    Der Morgen (6:00 - 9:00 Uhr)

    Jerusalem erwacht. Der Weg zur Arbeit kann sehr lange dauern: Stau gibt es ständig in der Stadt, dazu die Grenzkontrollen. Der Hotelangestellte Imad Hoshiyah steht jeden Morgen über eine Stunde am Checkpoint, manchmal auch länger. Auch Bauarbeiter Agil Khalil muss täglich den Checkpoint passieren. Der gläubige Bogdan Oralbekov pilgert wie jeden Tag zur Grabeskirche in der Altstadt, dort zelebriert Franziskanermönch Armando Pierucci die Morgenmesse. Hebamme Yana Glazer leitet nach 18 Stunden Arbeit bei einer Patientin die Geburt ein.

  • Video «24h Jerusalem: Der Vormittag (9:00 - 12:00)» abspielen

    Der Vormittag (9:00 - 12:00 Uhr)

    Jerusalem ist beschäftigt. Im Archiv von Yad Vashem archiviert die Jüdin Esther Shimberg alte Akten aus Deutschland. Deutsche Pilger besichtigen Jerusalems Sehenswürdigkeiten. Der Hotelangestellte Imad Hoshiyah wirft eine von Dutzenden Waschmaschinen an, dann säubert er die Zimmer des Hotel Ambassador. Zur gleichen Zeit hat der jüdische Siedler Arnon Segal Schwierigkeiten, auf den Tempelberg zu gelangen. Rektorin Terry Boulata begutachtet die Klassenräume ihrer Grundschule für palästinensische Kinder. Khaled Al Sheikh Ali besucht seine kranke Mutter im Shuafat Flüchtlingslager.

  • Video «24h Jerusalem: Der Mittag (12:00 - 14:00)» abspielen

    Der Mittag (12:00 - 14:00 Uhr)

    Die deutsche Architektin Constanze Klatt hilft ihrer Schwiegermutter bei den Vorbereitungen für ein traditionelles palästinensisches Familienessen. Der 13-jährige Netanel Mamo feiert an der Klagemauer seine Bar Mizwa, die Religionsmündigkeit. In der Nähe sucht Jim Hollander den chinesischen Filmstar, den er fotografieren soll. UN-Mitarbeiter Christoph von Toggenburg besucht einen verletzten Palästinenser im Krankenhaus, der von einem israelischen Soldaten angeschossen wurde. Die jüdische Siedlerin Tzipora Piltz diskutiert mit einem Palästinenser über den Bau eines dritten Tempels.

  • Video «24h Jerusalem: Der Nachmittag (13:00-18:00)» abspielen

    Der Nachmittag (14:00 - 18:00 Uhr)

    Taxifahrer Benzi Ben Shoham gedenkt seiner Schwester Limor, die bei einem Selbstmordattentat ums Leben gekommen ist. UN-Mitarbeiter Christoph von Toggenburg untersucht einen gewaltsamen Zwischenfall im Flüchtlingslager Aida in Bethlehem. Anwalt Shlomo Lecker veranstaltet eine Pressekonferenz für die Rechte des Beduinen-Stamms der Jahalin. Der Hotel-Angestellte Imad Hoshiyah hat Feierabend und macht sich auf den langen Weg nach Hause. Die Rentnerin Ruth Bach und ihr Bruder Gabriel haben völlig verschiedene Erinnerungen an die Flucht aus Deutschland.

  • Video «24h Jerusalem: Der frühe Abend (18:00 - 20:00)» abspielen

    Der frühe Abend (18:00 - 20:00 Uhr)

    In Jerusalem beginnt der Feierabend, Büros und Souvenirshops schliessen, in der Altstadt werden die Touristen weniger. Komödiant Yisrael Campbell kehrt von einer Tournee nach Israel zurück und erzählt von seiner Konversion zum Judentum. Pfarrer Michael Wohlrab tauft ein deutsches Mädchen in der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg. Ayelet Finkelstein versucht, einer jungen Mutter Pole-Dancing beizubringen. Constanze Klatt isst mit ihrer palästinensischen Grossfamilie zu Abend, während Rektorin Terry Boulata für sich und ihre zwei Töchter das traditionelle Essen Makloubeh zubereitet.

  • Video «24h Jerusalem: Der Abend (20:00 bis 23:00)» abspielen

    Der Abend (20:00 bis 23:00 Uhr)

    In der Al Aqsa Moschee wird gebetet. Die Jüdin Esther Shimberg feiert mit ihren Freundinnen eine Bracha-Party. Harley Davidson-Fan Wassim Razouk tätowiert Pilger. Komödiant Yisrael Campbell tritt vor Publikum auf. Aron Beck hat einen Notfalleinsatz. Rentnerin Ruth Bach erinnert sich an ihre Flucht aus Berlin. Im Hotel Ambassador wird palästinensischer Pop gespielt. Musiker Michael Greilsammer mischt Folk mit Reggae und Rock und spielt in Abrahams Hostel. Der Rentner Abu Issam erinnert sich an die Vertreibung der Palästinenser 1948. Yana Glazers Nachtschicht als Hebamme beginnt.

  • Video «24h Jerusalem: Der späte Abend (23:00 - 1:00)» abspielen

    Der späte Abend (23:00 - 1:00 Uhr)

    Der Abend wird zur Nacht. Die Deutsche Claudia Adada sitzt zwischen den Stühlen und den Kontinenten. Bei Magdi Abu Snineh wird das Brot in Sesam gewälzt. Hebamme Yana Glazer hilft einem Kind auf die Welt und einer Patientin bei der Geburt. Franziskanermönch Armando Pierucci betet für eine ruhig Nacht. DJ Omri H macht sich auf den Weg ins Haoman 17, dem berüchtigsten Club von Jerusalem. Aron Guez nimmt Notrufe entgegen, Dani Rotenberg fährt mit dem Rettungswagen zum nächsten Einsatz. Rentner Meir Brom beginnt seine Schicht bei der Telefon-Seelsorge.

  • Video «24h Jerusalem: Die Nacht (1:00 - 5:00)» abspielen

    Die Nacht (01:00 - 05:00 Uhr)

    DJ Omri H legt auf, Marit Zimmermann tanzt. Hebamme Yana Glazer bereitet eine schwangere Patientin auf die Geburt vor, der Ehemann will derweil beten. Dani Rotenberg erinnert sich an den Moment, als er als Freiwilliger in einer Ambulanz zum Ort eines Terroranschlags kam. Palästinenser Khaled Al Sheikh Ali erzählt von seinem Traum von Freiheit. Aron Beck und Aron Guez beginnen ihre Schicht in der Rettungsdienstzentrale. Ein Baby kommt zur Welt. In der jüdischen und arabischen Bäckerei stehen die Maschinen auch nicht still. Der Ruf des Muezzins hallt durch die Gassen und über die Plätze.

  • Video «24h Jerusalem: Der frühe Morgen (5:00 - 6:00)» abspielen

    Der frühe Morgen (05:00 - 06:00 Uhr)

    Die Nacht geht zu Ende, der Morgen graut. Street Art-Künstler Dan Gruber arbeitet an einem Bild von Albert Einstein. Schwester Weletmeskel Belay betet, Muezzin Zuheir auch. Zeitungen werden gepackt, um verteilt zu werden. Mohammad Mughrabi macht mit einem Freund Musik im Studio. Bäcker Magdi Abu Snineh erzählt von seinem Traum. Rabbi Shmuel Stern wäscht sich rituell die Hände und geht dann beten. Müllmann Ofer Yagan bereitet Nahrung für sein Baby vor, das jeden Moment erwacht. Dann geht er zur Arbeit, ein neuer Tag beginnt.

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