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DOK Alt, krank, teuer!

In diesen Tagen erhalten die Haushalte die Krankenkassen-Prämien für 2015. Sie steigen um durchschnittlich vier Prozent. Grund dafür sind auch zunehmende Alterskrankheiten: Bis 2050 wird sich die Zahl der Demenzkranken verdreifacht haben.

Legende: Video Im Land des Vergessens – Vom Leben mit Alzheimer abspielen. Laufzeit 52:22 Minuten.
Aus DOK vom 22.10.2014.

44 Millionen Menschen leben derzeit weltweit mit Demenz. Im Jahr 2050 wird sich ihre Zahl nochmals verdreifacht haben – auf 135 Millionen Menschen. Diese Erkenntnisse veröffentlicht «Alzheimer’s Disease International (ADI)» und korrigiert bisherige Prognosen deutlich nach oben. Demenz ist eine globale Herausforderung geworden, die G8-Staaten haben dazu einen Sondergipfel abgehalten.

Sieben Milliarden Franken pro Jahr für Demenzkranke

In der Schweiz wurde eine nationale Demenzstrategie verabschiedet. Denn auch hierzulande ist bis 2050 mit einer Verdreifachung der Erkrankungen zu rechnen. Susanne Bandi von der Schweizerischen Alzheimervereinigung erklärt gegenüber «DOK»: «Derzeit verursachen die Demenzkranken in der Schweiz Kosten von sieben Milliarden Franken pro Jahr. Darin inbegriffen ist auch die nicht bezahlte Betreuungsarbeit von Angehörigen. Mit dem erwarteten Anstieg an Demenzkranken steigen natürlich auch die anfallenden Kosten.» Verdreifacht sich die Zahl der Erkrankten bis 2050 könnte dies in der Schweiz Gesundheitskosten von mehr als 20 Milliarden Franken pro Jahr bedeuten.

Im Land des Vergessens
Legende: «Im Land des Vergessens» SRF

Das Teuerste an der Krankheit ist die Pflege: «90 Prozent der Kosten, sind Betreuungskosten. Die Behandlungskosten sind gering – da die Krankheit nach wie vor unheilbar ist», so Susanne Bandi. Aus diesem Grund ist nachvollziehbar, dass bei den Strategien zu Demenz die Pflege im Zentrum steht. Das Pflegepersonal muss gezielt aus- und weitergebildet werden. Es ist wichtig, auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz einzugehen.

Filmer Marc Wolfensberger zu seinen Erfahrungen

Dass gut ausgebildetes Personal und liebevolles Eingehen auf die veränderten Bedürfnisse eines an Alzheimer erkrankten Menschen enorm wichtig sind, hat der Autor des Films «Im Land des Vergessens» Marc Wolfensberger während den Dreharbeiten immer wieder erleben können. Und obwohl eine Alzheimer-Erkrankung für die Betroffenen und Angehörigen immer schlimm ist, erlebte Marc Wolfensberger die Betroffenen auch in unbeschwerten, glücklichen Momenten – auch davon handelt sein Film.

Demenz und Alzheimer

Unter dem Begriff «Demenz» werden 50 verschiedene Krankheiten zusammengefasst. Die häufigste davon ist Alzheimer. 50 Prozent der Demenzkranken leiden an Alzheimer.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Vreni Felder, 8953 Dietikon
    Im Land des vergessens. Das war ein wunderbarer Film, wie diese Patienten wohnen können in Geneve und das Pflegepersonal war irrsinnig. Auch das Dorf in Holland ist so toll, diese Idee ist einmalig. Wäre das wunderbar wenn in der Deutschschweiz die Heime auch so wären. Bei uns ist alles Spitalmässig und so Kalt. Die Leutchen sitzen traurig mit ausdruckslosen Augen am Tisch, sie leben nicht sie warten nur noch. Habe selber meinen Vater auch mit Alzheimer ,5 Jahre täglich besucht .
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Diese Darstellung geht davon aus, dass wir keinerlei Fortschritte in der Medizin, (auch in der alternativen Medizin) machen werden. Es werden sich aber auch andere Einflüsse verändern. Ich möchte doch den ewigen Angstmachern auf die Hände klopfen und sie bitten, solche rein erfundenen Prognosen zu unterlassen. Wahrscheinlich ist auch dies von den Gierigen: So kann man doch wieder noch mehr Prunkbauten bauen für die Paharma-Industrie und die unersättlichen Immobilien-Haie immer grössere Heime.
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  • Kommentar von Daniel Gull, Zürich
    "Alt, krank, teuer! - Mann!" Das suggeriert uns dieser Artikel, in dem man das Bild eines Mannes dazu nimmt. Warum wird hier keine Frau gezeigt? Ist das etwa Politically Incorrect oder unpopulär Frauen auch mit negativen Assoziationen zu belegen? Die negativen Assoziationen sollen ausschliesslich mit dem Mann in Verbindung gebracht werden. Bitte auch hier in der Berichterstattung mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und wenigstens ein Bild wählen, das beide Geschlechter zeigt.
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