Apple – Nichts als leere Versprechen?

  • Mittwoch, 14. Oktober 2015, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 14. Oktober 2015, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 15. Oktober 2015, 5:11 Uhr, SRF 1
    • Montag, 19. Oktober 2015, 11:16 Uhr, SRF 1
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Der Weltkonzern Apple steht für Innovation und Glamour: Er bietet Unterhaltungselektronik an, die offensichtlich jeder von uns haben will. Apple geht es gut. Doch wie geht es den Arbeitern der Apple-Zulieferer-Firmen? BBC hat recherchiert und deckt schockierende Zustände auf.

Ein Film von Richard Bilton und James Oliver

Apple hat, wie andere grosse Konzerne auch, einen eigenen Verhaltenskodex. Darin werden ethische und rechtliche Standards festgelegt. Werden diese Standards eingehalten? Sind die iPhones, welche die Kunden täglich in den Händen halten, zum Beispiel frei von Kinderarbeit? Dies wollte BBC-Reporter Richard Bilton wissen.

Die Recherchen führen das Filmteam nach China und zu den Rohstofflieferanten in den Zinn-Minen Indonesiens. Während Apple und Pegatron, einer der grössten Zulieferer in China, beteuern, die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter hätten Prioriät, zeigt sich dem Reporter vor Ort ein anderes Bild.

Chinesische Arbeiter stehen schwankend an den Fliessbändern und kämpfen nach mehr als 12-stündigen Schichten, nach 18 Tagen am Stück, gegen das Einschlafen. Wer sich weigert, ist seinen Job los. Wer einschläft auch. Viele Arbeiter haben am Ende der Schicht nicht einmal mehr die Kraft zu essen. Aufnahmen, die allerdings nur verdeckt zustande kamen.

Auch in den Zinn-Minen Indonesiens trifft der Journalist auf alarmierende Verhältnisse: Kinder, die teilweise nur mit den Händen nach dem begehrten Rohstoff graben. Arbeiter, die ständig durch Sand- und Schlammlawinen gefährdet sind. Laut Angaben von Apple würden die legalen Zinnlieferanten überprüft.

In seinem investigativen Dokumentarfilm nimmt Richard Bilton den Apple-Verhaltenskodex als Vorlage und überprüft ihn. Seine Bilanz ist ernüchternd: Obschon das Unternehmen schon vor Jahren versprochen hatte, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, findet der Reporter erneut dramatische Zustände vor. Und kommt zum Schluss: Apple hat seine Versprechen gebrochen.

Apple legt Wert auf die folgende Feststellung:

«Apple engagiert sich konsequent für die Förderung der Menschenrechte und für Gleichberechtigung auf der ganzen Welt. Wir kennen kein anderes Unternehmen, das sich so darum bemüht, faire und sichere Arbeitsbedingungen sicherzustellen, Probleme offenzulegen und zu lösen. Ausserdem legt Apple grössten Wert auf Transparenz innerhalb unserer Zuliefererkette.

Diese BBC-Produktion wurde im Dezember 2014 erstausgestrahlt. Apple hatte bereits damals der BBC mitgeteilt, dass der Report irreführend ist und die aktuellen Arbeitsbedingungen bei unseren Zulieferern nicht verantwortungsvoll und korrekt wiedergibt. Ausserdem werden Apple’s Bemühungen, die Rechte der Arbeiter zu schützen, nicht berücksichtigt - wie auch die Tatsache, dass wir in den letzten zehn Jahren signifikante Fortschritte für Millionen von Arbeitern erreichen konnten.

Wir empfehlen den SRF-Zuschauern die Fakten über Apple’s Bekenntnis zu den Arbeiter-Rechten, Details, wie wir unsere Verantwortung in der Zulieferkette wahrnehmen oder über unsere kostenlosen Bildungs-Initiativen für Arbeiter auf unserer Website nachzulesen:» apple.com/chde/supplier-responsibility

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