Argentiniens gestohlene Kinder – Teil 2

  • Mittwoch, 30. Oktober 2013, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 30. Oktober 2013, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 4. November 2013, 11:15 Uhr, SRF 1
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Der zweite Teil des Filmes «Die gestohlenen Kinder» zeigt die ergreifenden Schicksale der Familien, die damals vom Militärregime auseinander gerissen wurden. Nur dank Bluttests konnten die «Abuelas» ihre Enkelkinder wieder ausfindig machen.

Von 1976 bis 1983 herrschte eine brutale Militärdiktatur, in der Andersdenkende entführt, gefoltert und ermordet wurden. Über 500 Kinder und Babys wurden ihren Müttern gestohlen, entweder gleich nach der Geburt in der Gefangenschaft oder von ihrem Zuhause aus. Die Grossmütter dieser gestohlenen Kinder kämpfen seit den 70er Jahren darum, ihre Enkelkinder zurückzubekommen.

Ende der 70er Jahre entdecken die «Abuelas de la Plaza de Mayo» ein wegweisendes Mittel auf ihrer Suche nach den gestohlenen Kindern: den Bluttest. «Paula ist Paula!» Dieser Satz geht in ihre Annalen ein, denn erstmals können die Grossmütter vor Gericht beweisen, dass Paula Llavallén, wie sie damals heisst, eigentlich Paula Logares ist, eine Enkeltochter einer Abuela und nicht etwa der Militär-Familie Llavallén, in der sie aufgewachsen ist. Damit erlangt der Gentest als Beweismittel im Kampf um die verlorenen Kinder enorme Bedeutung.

Nach dem Ende der Diktatur können die Grossmütter ihre Suche dann offensiver fortsetzen. Sie schalten TV-Spots, rufen Jugendliche auf, sich bei ihnen zu melden, falls sie das Gefühl haben, sie seien nicht die leiblichen Kinder ihrer Eltern. Die Abuelas können auf die moderne Technik und auch immer mehr auf die Unterstützung der Regierung zählen.

Aber sie stehen vor einem anderen Problem: Langsam läuft ihnen die Zeit davon, denn immer mehr von ihnen sterben. Auch im zweiten Teil dieses eindrücklichen Filmes zeigt Alexandre Valenti, wie die Grossmütter unermüdlich ihre Enkelkinder weitersuchen. Er ist dabei, als die Vize-Präsidentin der Abuelas, Rosa Roisinblit, im hohen Alter ihren Enkelsohn kennenlernt und er zeigt, wie einzelne Machthaber der Diktatur und General Videla kurz vor seinem Tod in einem gross angelegten Prozess im Jahr 2012 noch zur Rechenschaft gezogen werden.