«Charlie Hebdo» – Eine letzte Flaschenpost

  • Mittwoch, 14. Januar 2015, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 14. Januar 2015, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 15. Januar 2015, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 19. Januar 2015, 11:20 Uhr, SRF 1
Video ««Charlie Hebdo» – Eine letzte Flaschenpost» abspielen
Video nicht mehr verfügbar

Am Mittwoch erscheint die neuste Ausgabe von «Charlie Hebdo». Die französiche Satirezeitung ist zur weltbekannten Publikation geworden – Zwölf Menschen wurden von islamistischen Terroristen getötet. Ein Film aus dem Jahre 2006 zeigt den Redaktionsalltag und ist heute ein berührendes Zeitdokument.

Ein Film von Lionel Escama

«Je suis Charlie» ist seit letzter Woche in aller Munde, Millionen Menschen gehen auf die Strasse und zeigen so ihre Solidarität mit dem Magazin und damit, wofür es steht. Die «Ausgabe der Überlebenden» findet reissenden Absatz. Charlie-Hebdo Zeichner Bernard «Willem» Holtrop sagt dazu: «Wir kotzen auf unsere neuen Freunde.»

Wer sind die Macher von Charlie Hebdo, wer waren sie?

Der Dokumentarfilm zeigt die Redakteure bei der Arbeit. Die Atmosphäre ist konzentriert aber dennoch entspannt. Es ist kein Spektakel, das da geboten wird, man sieht Menschen beim Denken, beim Zeichnen. Der Umgangston ist locker, teilweise derb. François Hollande kommt zu Wort, er war damals noch nicht Präsident Frankreichs sondern Generalsekretär der Sozialistischen Partei.

Heute ist dieser Film leider ein historisches Dokument, denn er zeigt auch jene Männer, die jetzt tot sind. Cabu, Georges Wolinsky und Tignous. Sie hielten gerade eine Redaktionskonferenz ab, als sich die Kouachi-Gebrüder den Zugang freischossen. Und dabei eine männliche Reinigungskraft erschossen, ein 42-jähriger Mann, der dort nur seiner Arbeit nachging. Zeugen berichteten, dass die Terroristen «Allahu akbar» schrien. Dann eröffneten sie das Feuer auf die Redakteure, die am Tisch sassen. Zehn Menschen starben. Unter anderem «Charlie Hebdo» Herausgeber Stéphane Charbonnier (Charb), die Zeichner Georges Wolinski, Jean Cabut (Cabu) und Bernard Verlhac (Tignous). Sie alle kommen im Film vor und geben Einblick in ihre Ansichten und ihr Denken.

Die Namen der Opfer

Stéphane «Charb» Charbonnier, Chefredakteur von «Charlie Hebdo»
Jean «Cabu» Cabut, Zeichner
Georges Wolinski, Zeichner
Bernard «Tignous» Verlhac, Zeichner
Philippe Honoré, Zeichner
Mustapha Ourrad, Korrektor
Elsa Cayat, Psychoanalytikerin, Essay-Autorin und Kolumnistin
Bernard Maris, Kolumnist
Michel Renaud, Ex-Kabinettschef des Bürgermeisters von Clermont-Ferrand
Frédéric Boisseau, Angestellter der Reinigungsfirma Sodexo
Franck Brinsolaro, Polizist
Ahmed Merabet, Polizist

Artikel zum Thema

Mehr zum Thema