Chronik eines vergessenen Todes

  • Mittwoch, 10. April 2013, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 10. April 2013, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 11. April 2013, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 15. April 2013, 11:25 Uhr, SRF 1
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28 Monate lang lag Michel Christen auf dem Sofa seines Studios mitten in Genf. Zweieinhalb Jahre, in denen kein Mensch bemerkt hatte, dass der Schweizer nicht mehr lebte. Wie konnte das passieren? Warum hat niemand nach Michel Christen gefragt oder gesucht ?

Im Januar 2003 starb Michel Christen im Alter von 53 allein in seinem Studio mitten in Genf. Doch erst im Mai 2005 wurde seine Leiche - oder das, was noch von ihr übriggeblieben war - entdeckt. Während 28 Monaten lag der Tote auf seinem Sofa, ohne dass jemand etwas bemerkt hätte: Weder die Nachbarn, noch seine Ex-Frau oder seine Tochter. Auch die wenigen Bekannten nicht: Sie dachten, Christen sei auf Reisen oder nach einer erneuten Krebs-Erkrankung in der Reha. Die Post schickte alle Briefe zurück, weil sein Briefkasten voll war und die Elektrizität hatte er selbst noch abbestellt.

Wie ist es möglich, dass ein Mann, der Familie hat, in medizinischer Pflege war und von der Sozialhilfe lebte, einfach so von der Bildfläche verschwinden kann, ohne dass es eine Menschenseele merkt? Für Radio Télévision Suisse RTS ist der Filmautor Pierre Morath der Frage nachgegangen, wie ein Mann in der Schweiz, mitten in der Stadt Genf, derart in Vergessenheit geraten konnte.