Das Geschäft mit dem Blut

  • Mittwoch, 1. März 2017, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 1. März 2017, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 2. März 2017, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 6. März 2017, 11:15 Uhr, SRF 1
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Blut ist ein lukratives Geschäft. Was die wenigsten wissen: Pharmafirmen bezahlen Arme, um ihr Blutplasma zu erhalten, mit dem sie dann wiederum teure Medikamente herstellen.

Ein Film von Marie Maurisse, Pierre Monnard und François Pilet

In Cleveland, USA, spenden einige Menschen in den Armenvierteln mehrmals pro Woche Blut. Dafür erhalten sie 60 Dollar. Oft ist das ihr einziges Einkommen. Die Filmemacher trafen bei ihrer Recherche auf müde und kranke Menschen und auch auf Drogenabhängige, welche ihr Plasma verkaufen, um zu überleben.

Pharmafirmen können in Cleveland solche Blutplasmen ganz legal einkaufen, sie exportieren, und sie dann für Behandlungen nutzen. Zum Beispiel zur Stärkung des Immunsystems. In der Schweiz treffen die Filmautoren Tamara, sie wird mit dem Präparat Octagam behandelt. Dieses Medikament wird teilweise mit Blutplasmen hergestellt, welche in Cleveland eingekauft wurden. Die Patientin ist erstaunt, als sie mehr über die Herkunft ihres Medikaments erfährt.

Einer der Hauptakteure in diesem Markt ist die Firma Octapharma. Sie wurde in Deutschland von Wolfgang Marguerre gegründet und hat heute ihren Sitz in Lachen, Kanton Schwyz.

Das Geschäft mit dem Blut hat der Firma bereits über eine Milliarde Euro eingebracht. Und sie wächst immer weiter. Octapharma ist auf der ganzen Welt tätig, seit kurzem auch in Frankreich, wo das französische Blutspendezentrum bisher dank seiner tausenden von freiwilligen Spendern ein Monopol innehatte.

Im Film «Das Geschäft mit dem Blut» werden die bisher unbekannten Hintergründe des Geschäfts mit dem Blut aufgedeckt. Die Firma Octapharma wollte im Film keine Stellung nehmen.

In Frankreich, Deutschland, der Schweiz und den USA sind Experten besorgt über die Vermarktung von Plasma – denn sie beinhaltet medizinische Risiken und wirft ethische Fragen auf: Ist es zulässig, dass das Blut von Armen benutzt wird, um andere Menschen damit zu behandeln?

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