Der Traum von Olympia – Die Nazi-Spiele von 1936

  • Mittwoch, 29. Juni 2016, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 29. Juni 2016, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 30. Juni 2016, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 4. Juli 2016, 11:24 Uhr, SRF 1
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Bald ist es so weit: Die Olympischen Sommerspiele 2016 werden in Rio de Janeiro eröffnet. Erwartet wird ein buntes Samba-Fest, welches die Probleme Brasiliens in den Hintergrund rücken soll.

Ein Film von Florian Huber

Olympia war schon immer eine gigantische Inszenierung, die Austragungsländer überboten sich schon immer bei den Eröffnungsfeiern. So auch im Jahre 1936.

Der «Führer» hat die Fassade des NS-Reichs auf Hochglanz polieren lassen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Sports werden die Spiele von der Politik missbraucht. Die Nazi-Diktatur inszeniert sich unter dem Deckmantel des olympischen Gedankens. Seit den Spielen in Berlin weiss die Politik, welche Propaganda-Möglichkeiten ein sportliches Grossereignis bietet.

«Der Traum von Olympia» erzählt die Geschichte aus der Sicht von zwei Menschen, die damals dabei waren – und deren Traum sich in einen Albtraum verwandelte.

Wolfgang Fürstener (gespielt von Simon Schwarz), Kommandant des Olympischen Dorfes, ist ein überzeugter Anhänger des Systems. Als herauskommt, dass Fürstener jüdische Vorfahren hat, fällt sein Weltbild zusammen. Der Kommandant schiesst sich am Ufer des Teichs im Olympischen Dorf eine Kugel in den Kopf.

Gretel Bergmann (gespielt von Sandra von Ruffin) gehört zu den besten Hochspringerinnen des Deutschen Reichs. Obwohl sie Jüdin ist, wird ihr in Aussicht gestellt, in Berlin für Deutschland starten zu dürfen. Sie trainiert bis zum Umfallen. Wenige Tage vor der Eröffnung erfährt Bergmann, dass man sie nicht aufstellen wird. Ihr Traum von Olympia zerplatzt von einer Minute auf die andere.

Durch die Augen von Wolfgang Fürstener und Gretel Baumann wird deutlich, was in Berlin damals wirklich geschehen ist und wie perfide die Nazis das Sportfest missbrauchten.Der Film ist eine Mischung aus Dokumentation und aufwendig gespielten Szenen. Er macht die enorme Diskrepanz zwischen der perfekten Inszenierung und der erschreckenden Realität deutlich. Ein Zustand, der sich bis heute hält. Auch heute werden Sport-Events immer wieder als willkommene Propaganda-Bühne zweckentfremdet.

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