Der unsichtbare Krieg

  • Mittwoch, 19. Juni 2013, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 19. Juni 2013, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 24. Juni 2013, 11:14 Uhr, SRF 1
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Allein 2011 wurden in der US-Armee 3200 sexuelle Übergriffe gemeldet. Der Oscar-nominierte Dokumentarfilm «Der unsichtbare Krieg» von Kirby Dick und Amy Ziering erzählt die erschütternden Geschichten von betroffenen Frauen und Männern in der US-Armee.

Kori Cioca kann Nahrung nur in Form von Brei zu sich nehmen - anders erträgt sie die Schmerzen beim Kauen nicht. Vor fünf Jahren wurde sie von einem Vorgesetzten bei der US-Küstenwache vergewaltigt, dieser zertrümmerte auch ihren Kiefer. Seither kämpft Kori um die Sühne der Tat und um Anerkennung als schwerverletzte Veteranin. Bisher erfolglos - das Militär kommt nicht einmal für Koris Kieferoperation auf. Kori Cioca ist nur eine der über hundert Armeeangehörigen, mit denen US-Regisseur Kirby Dick Interviews über Übergriffe während ihrer Dienstzeit in der Armee führte. Geschichten über Torturen - von verbaler Belästigung bis hin zu mehrfacher Vergewaltigung. Die Geschichten gleichen sich auf empörende Weise.
20 Prozent aller Armeeangehörigen werden während des Dienstes in der US-Armee vergewaltigt - ein Phänomen, das seit Jahrzehnten hartnäckig totgeschwiegen wird. Obschon erste Fälle bereits in den 1990er-Jahren publik wurden, blieben die sexuellen Übergriffe in der Armee ein Tabu. Was den Opfern mindestens genauso zu schaffen macht wie die Vergewaltigung an sich, ist die Tatsache, dass ihnen danach nicht geholfen wurde. Während im zivilen Leben ein Sexualstraftäter vor Gericht kommt, wird beim Militär, wenn überhaupt, ein internes Verfahren eingeleitet. Doch in den meisten Fällen schaut die Militärhierarchie geschlossen weg, wie die dokumentierten Fälle belegen.

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