Die Panama-Papiere

  • Mittwoch, 20. April 2016, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 20. April 2016, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 21. April 2016, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 25. April 2016, 11:15 Uhr, SRF 1
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Die Panama-Papiere bringen Wirtschaftsführer, Anwälte, Sportler und Sportfunktionäre, Politiker und Prominente in Erklärungsnot. Denn sie zeigen ein bisher nicht bekanntes Ausmass an Steuerhinterziehung und Geldwäsche.

Ein Film von Benoit Bringer und Edouard Perrin

Die Spuren führen nach Panama, Delaware und andere Steuerparadiese. Die französischen Dokumentarfilmer, Benoit Bringer und Edouard Perrin machen auch einen Selbstversuch und eröffnen eine Briefkastenfirma. Nichts leichter als das – mit Hilfe einer Schweizer Firma, die sie im Internet gefunden haben.

Dass es sie gibt, wussten alle: Briefkastenfirmen. Dass es sie so häufig gibt und vor allem, wer alles eine Briefkastenfirma betreibt oder betrieb – das überrascht nun doch. Die Panama-Papiere enthalten 11,5 Millionen hoch vertrauliche Dokumente: Die Auflistung von Briefkastenfirmen, die Identität deren Besitzer, geheime Konten und E-Mails. Dahinter stehen enorme Summen, die den Steuerbehörden entzogen wurden. Und es geht um den Vorwurf der Geldwäsche. Im Zentrum: Der panamaischen Offshore-Dienstleister Mossack Fonseca.

Seit der Veröffentlichung der «Panama Papers» reiht sich Enthüllung an Enthüllung. Ob Michel Platini, der Premierminister von Island, David Camerons Vater oder Lionel Messi – die Spur der Steuerhinterzieher führt durch die Politik, den Sport, die Wirtschaftswelt. Mit tatkräftiger Hilfe von Anwälten wurden in Steuerparadiesen riesige Summen versteckt. Doch mit der Geheimniskrämerei ist es vorbei. Die Recherche des Journalisten-Konsortiums dauerte ein Jahr, Journalisten in 78 Ländern waren beteiligt.

Auch die französischen Dokumentarfilmer Benoit Bringer und Edouard Perrin waren von Anfang an involviert. Sie arbeiten für die Sendereihe «Cash Investigation» des Senders France 2. Sie dokumentieren die ersten Treffen der Journalisten und machen sich dann zur Recherche auf: Sie reisen nach Panama, wo sie den Anwälten von Mossack Fonseca auf den Zahn fühlen wollen und begegnen einer Frau, auf deren Namen tausende Briefkastenfirmen gemeldet sind.

Wie leicht es ist, eine Briefkastenfirma zu gründen, erfahren die Filmautoren gleich selbst – indem sie es ausprobieren. Sie dokumentieren, wie sie im Internet auf eine Schweizer Firma stossen, die darauf spezialisiert ist, diese Dienstleistung anzubieten. Und tatsächlich: Das Gründen einer Briefkastenfirma ist einfach, Geldwäsche über diese Konten folglich ebenso, schlussfolgern die Dokumentarfilmer.

Die Reporter stellen auch Bankinstituten unangenehme Fragen. Denn viele Banken haben angekündigt, die Steuerhinterziehung trocken zu legen. Dass diese Selbstregulierung noch mangelhaft ist, zeigt auch das Beispiel der Banque privée de Edmond de Rothschild. Diese hat Offshore-Firmen gegründet und einem Hauptkunden ermöglicht, sein Vermögen zu waschen. Die Chefin der Bankengruppe muss sich kritischen Fragen stellen.

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