Fallout – 40 Jahre Atomstreit mit Iran

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Seit Jahren verdächtigt der Westen Iran, heimlich ein Atomwaffenprogramm zu betreiben. Iran hingegen beharrt darauf, Uran nur für zivile Zwecke anzureichern. Kurz vor der Präsidentschaftswahl vom 14. Juni in Iran beleuchtet die BBC-Dokumentation die historischen Hintergründe des Atomstreits.

Im April dieses Jahres sind die jüngsten internationalen Atomgespräche zwischen den internationalen Grossmächten und Iran gescheitert. Kurz darauf ordnete der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Eröffnung einer Uran-Mine und einer Uran-Umwandlungsanlage an. "Die Weltmächte sollten wissen, dass der Iran nun ein Land mit Atomtechnologie ist und keiner dies mehr aufhalten kann", sagte Ahmadinedschad in einer Rede vor der iranischen Atomorganisation.

Die internationalen Atomgespräche mit dem Iran verlaufen seit Jahren erfolglos. Der Westen ist besorgt. Vor 40 Jahren sah alles noch etwas anders aus: Damals war der Schah ein Verbündeter der USA und beschloss Mitte der 1970er Jahre ein Atomenergie-Programm einzurichten und Atomkraftwerke zu bauen. Bereits Jahre zuvor hatte Iran den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, mit dem das Land auf den Besitz von Atomwaffen verzichtete und sich der Kontrolle der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA unterstellte. Nach der islamischen Revolution im Jahr 1979 setzte Ayatollah Khomeini dem Atomenergie-Programm vorübergehend ein Ende. Erst nach Ende des ersten Golfkrieges nahm Iran das Atomenergie-Programm wieder auf – mit der Unterstützung der damaligen Sowjetunion.

Die BBC-Dokumentation beleuchtet unter anderem die Beziehungen Russlands zu Iran und den Wandel, den Israel in den letzten 40 Jahren gegenüber Iran gemacht hat: Zu Zeiten des Schah-Regimes und später während des Iran-Irak-Krieges war Israel Irans Verbündeter. Heute ruft Israel zu einem militärischen Schlag gegenüber Irans Kernanlagen auf. Die Angst vor einem iranischen Militärschlag ist in Israel gross: Der 2009 wiedergewählte iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad ruft öffentlich zur Zerstörung des Staates Israels auf.

Während Iran auf sein Recht beharrt, seine Kernenergie voranzutreiben und der Westen deshalb gegen den Iran regelmässig scharfe Sanktionen verhängt, um diese Entwicklung aufzuhalten, scheint die Aussicht auf eine militärische Intervention für viele Experten immer wahrscheinlicher. Im Film kommen unter anderen der ehemalige britische Aussenminister Jack Straw, der ehemalige US-Staatssekretär Nicholas Burns sowie Akbar Etemad, der Leiter der iranischen Atomenergiekommission und der ehemalige stellvertretende iranische Aussenminister Abbas Maleki zu Wort. Die Ansichten könnten nicht unterschiedlicher sein.