Gestatten: Conchita Wurst

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Als bärtigste Frau Europas gewann Conchita Wurst mit «Rise Like a Phoenix» den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen – und sorgte für Verwirrung und Furore. Ein geschminkter Mann in eleganten Frauenkleidern, das war einigen zuviel, andere sehen kein Problem darin.

Thomas Neuwirth – so hiess Conchita Wurst früher. Ihre Eltern, Gastwirte in der Obersteiermark, erlebten ihren Sohn schon immer etwas anders. Familienfotos zeigen den kleinen Tom als Kindergärtler in Röcken. Sein Vater meint dazu trocken: «Was hätte ich mir denken sollen? Dass er mal schwul wird? Nun, das war er ja schon.» Tom musste wegen seiner Andersartigkeit in der Schule viel einstecken. Seine Mutter hat ihm auf dem Estrich einen Rückzugsort mit Nähmaschine eingerichtet.

Im Dokumentarfilm kehrt Thomas Neuwirth erstmals als «Conchita» in sein Heimatdorf auf dem Land zurück. Sie trifft ihre Eltern, die sie erstmals als Conchita sehen. Und Metzger Joe, der bereits erfolgreich die scharfe «Chonchita-Wurst»-Wurst herstellt. Conchita stellt sich in High Heels spontan hinter den Verkaufstresen und verkauft selbst dem örtlichen Pfarrer eine Wurst.

Der Film zeigt, dass die 25jährige Conchita Wurst nicht nur eine disziplinierte Viel-Arbeiterin ist, sondern auch ein humorvoller und feinfühliger Mensch, dem Familie und Freunde viel bedeuten. Nebst ihrer schillernden Welt ist Conchita bodenständig geblieben. Dass die Österreicherin sich der Unterstützung ihrer Liebsten sicher sein kann, zeigt sich auch, als Conchitas Oma anreist, um sie bei Alltagsarbeiten zu unterstützen. Doch es gibt auch Menschen, die äusserst negativ reagieren. «Ihnen gebe ich die Hand nicht, sie beschämen mich», meint ein Passant. Conchita reagiert souverän, höflich. Conchita Wurst; eine Frau die extrem wirkt, aber ziemlich normal ist.