Happy Porno? Das Ende der Scham

  • Donnerstag, 12. November 2015, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 12. November 2015, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 13. November 2015, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 13. November 2015, 11:15 Uhr, SRF 1

Der Wandel des Erotik- und Pornobusiness in den letzten Jahrzehnten ist praktisch ohnegleichen und hat einen gewaltigen Einfluss auf unsere Gesellschaft. «DOK» unternimmt eine Zeitreise durch die Welt der Pornografie seit den frühen 70er Jahren.

(Der Inhalt dieser Sendung ist für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren nicht geeignet).

Ein Film von Alain Godet

Waren es in den 70er Jahren noch verschämt versteckte Kinobesuche, führen heute schon eine paar Fingerstriche auf dem Handy zu einschlägigen Hardcore-Videos. Dokfilmautor Alain Godet zeichnet die tiefgreifenden Veränderungen nach, spricht sowohl mit Urgesteinen des Erotikbusiness, wie auch mit jungen Amateurproduzenten, die im Netz eine weitgehend zensurfreie Plattform finden. War früher alles harmloser? Oder erleben wir heute das Ende der Scham?

Zürich – Hochburg der Blankbusen-Filme

In den 70er Jahren florierten die Sexkinos. Gezeigt wurden Soft-Erotikstreifen in Cinemascope. Mit E.C. Dietrich sass im zwinglianischen Zürich der bedeutendste Produzent Europas dieser sogenannten Blankbusen-Filme. Sein Star war Ingrid Steeger, die mit der TV-Sendung «Klimbim» millionenfach berühmt wurde. Reporter Alain Godet spricht mit Ingrid Steeger über ihre Arbeit im Erotikbusiness der 70er Jahre. Im Rückblick beurteilt sie die damaligen Dreharbeiten als belastend.

Nach Produktionen wie «Die Blonde mit dem süssen Po» kamen bald schon Pornofilme, die nichts mehr ausliessen. In Zürich mussten diese Filme allerdings erst am damaligen Zürcher Staatsanwalt Marcel Bertschi vorbei. Vom «Blick» wurde er deshalb als «bornierter Sittenvogt» betitelt.

Das Ende der Sex-Kinos

Doch bald erhielt das Sex-Kino tödliche Konkurrenz: Die VHS kam auf den Markt, dann die DVD und schliesslich wurde das Internet erfunden.

Eine billige und nahezu zensurfreie Plattform für unzählige Amateurproduzenten, die ihre Hardcore-Videos ins Netz stellen. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Ist es für Jugendliche ein «must» im verführerischen Pornolook à la Miley Cyrus herumzulaufen oder mit erotischen Selfies in den sozialen Medien präsent zu sein? Anhand von Aussagen von Zeitzeugen beleuchtet «DOK» die veränderte Wahrnehmung von Pornografie in unserer heutigen, sexualisierten Gesellschaft.

Autor: Alain Godet
Schnitt: Felix Hulliger
Kamera: Dominic Hiss, Emil Fischhaber
Produktionsverantwortung: Monika Zingg
Redaktion: Belinda Sallin
Leitung: Marius Born

Artikel zum Thema

  • Rückkehr ins «Pornoland» (Artikel enthält Video)

    Rückkehr ins «Pornoland»

    Alain Godet drehte 1996 den Film «Heidi im Pornoland». Wie hat sich die Wahrnehmung von Pornografie seither verändert?

    12.11.2015