Kaffeefahrt ins Krematorium

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In Nordrhein-Westfalen werden regelmässig Kaffeefahrten nach Holland angeboten, aber nicht nur zu Tulpenfeldern oder Windmühlen, sondern auch ins Krematorium. Weil in Holland Kremierungen viel unkomplizierter sind als in Deutschland, wollen sich viele Leute dort einäschern lassen.

Auch Karl Schumacher, der Chef des Beerdigungsunternehmens, hat eine spezielle Beziehung zum Tod. Er hat den Betrieb von seinem Vater übernommen, nachdem dieser Selbstmord begangen hatte. Trotzdem versucht er seine pragmatische Haltung dem Tod gegenüber zu bewahren. Er erweiterte den Einmannbetrieb zu einer blühenden Firma, angepasst an die heutige Zeit. Karl macht Särge und Erdbestattungen, offeriert wettbewerbsfähige Preise und hat eine Marktlücke entdeckt: Obwohl Einäscherungen in Deutschland erlaubt sind, besteht eine sogenannte Friedhofspflicht, das heisst, die Asche muss auf einem Friedhof beigesetzt werden.

Immer mehr Menschen und ihre Angehörige haben aber das Bedürfnis, die Asche dereinst irgendwo im Garten oder in der Natur zu haben oder gar einen Diamanten daraus machen zu lassen. Karl Schumacher bietet ihnen diese Möglichkeit. Er hat eine eigene Website und organisiert sogenannte Kaffeefahrten nach Holland, wo preisgünstige Einäscherungen in allen Variationen gebucht werden können.

Der holländische Filmemacher Sergej Kreso begleitet die vorwiegend älteren potenziellen Kunden auf dieser Geschäftsreise. Mit dabei ist unter anderen eine alte Dame, die den Tod herbeisehnt, und ein Ehepaar, das sich nicht darüber einigen kann, ob es begraben oder eingeäschert werden möchte. Ein Film über den Umgang mit dem Tod, der trotz ernsten Themas auch Raum lässt für ein bisschen Humor.