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Inzest – Mut zum Wort
Aus DOK vom 16.09.2021.
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Opfer von Inzest Missbrauch in der Familie: Fünf Frauen brechen das Schweigen

Wie das Unsagbare aussprechen? Den Vater verraten, den Onkel? Frauen, die als Kind missbraucht wurden, erzählen.

Wenn Kinder Opfer von Missbrauch in der Familie werden, schweigen sie oft. Weil sie nicht wissen, dass es falsch ist, was ihnen widerfahren ist, weil sie sich schuldig fühlen oder aus purer Angst. Und oft ist da auch gar niemand, der diesen Kindern wirklich zuhört, ihnen glaubt.

Ich war wie versteinert und wagte nicht, richtig hinzuschauen
Autor: Chloé Rios Opfer von Inzest

Chloé Rios (22) ist sieben Jahre alt, als sie von ihrem Vater missbraucht wird. Das kleine Mädchen nimmt die Drohungen ihres Vaters ernst, dass er sie umbringt, wenn sie etwas sagt. Sie leidet unter Alpträumen. Erst als sich die Eltern scheiden lassen, kann sie ihr Schweigen brechen. Mit der Hilfe ihrer Mutter zeigt sie den Vater an, er wird verurteilt.

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Chloé Rios:«Mein Herz hat sich zusammengezogen.»
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Claire (16) (Name geändert) muss als Kind immer wieder Übergriffe ihres Vaters erdulden. Als Teenagerin beginnt sie sich zu wehren, realisiert, dass es nicht normal ist, was der Vater mit ihr macht.

Er schlief bei mir und berührte mich, so als wäre nichts dabei
Autor: Claire Opfer von Inzest

Als die Eltern sich trennen, weigert sich das Mädchen beim Vater zu übernachten. Die Behörden werden eingeschaltet und das Mädchen beginnt zu reden. Claire hat ihren Vater angezeigt, das Verfahren läuft noch.

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Claire: «Er nannte es 'Gutenachtumarmungen', es war normal.»
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Marie Sprunger (44) ist in einem kleinen, religiös geprägten Dorf im Berner Jura aufgewachsen. Themen wie häusliche Gewalt oder Inzest waren tabu.

Meine Mutter schaute zu, während mein Vater mich missbrauchte.
Autor: Marie Sprunger Opfer von Inzest

Der Vater schlägt und missbraucht Marie und ihre vier Geschwister. Besonders schlimm: die Mutter weiss davon, sie gibt sogar die Befehle dazu. Bis heute ist Marie die Einzige der vier Geschwister, die über die schrecklichen Taten redet. Von ihrer Familie wird sie dafür geächtet.

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Marie Sprunger:«Er fasste mich dort an, wo er nicht sollte.»
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Auch Sarah Briguet (51) hat jahrzehntelang geschwiegen. Die ehemalige Miss Schweiz und heutige Radiomoderatorin ist von ihrem Vater mehrfach missbraucht worden. Als Jugendliche kann sie sich niemandem anvertrauen. Die Mutter will nichts hören.

Ich hatte Angst, man würde sagen, es sei nicht wahr.
Autor: Sarah Briguet Opfer von Inzest

Die Missachtung in der eigenen Familie treibt Sarah dazu, Bestätigung in der Öffentlichkeit zu suchen, aber das Gefühl von Leere bleibt. Heute setzt sich Sarah, Mutter zweier Kinder, für Prävention ein. Sie ist Patin von «Patouch», einer Vereinigung, die sich an Westschweizer Schulen für den Kampf gegen Gewalt einsetzt.

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Sarah Briguet:«Wenn man schweigt, geht die Zerstörung weiter.»
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Michèle Chaillet (72) ist fünf Jahre alt, als ihr Onkel sie während eines Ferienurlaubs am Meer sexuell missbraucht. Ein derart traumatisches Erlebnis für das Mädchen, dass sie sich ihr halbes Leben lang an nichts mehr erinnert.

Für ihn war es eine Liebesgeschichte, etwas Wunderschönes.
Autor: Michèle Caillet Opfer von Inzest

Es bleiben nur flüchtige Bilder zurück, die sie heimsuchen. Erst als sie ihren Peiniger kurz vor dessen Tod konfrontiert und er gesteht, schafft sie es, ihre Geschichte aufzuarbeiten.

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Michèle Chaillet: «Er sagte zu mir, dass es das in Familien gäbe und normal sei.»
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Fünf unterschiedliche Frauen, die alle als Kinder Schlimmes erlebt haben. Sie entwickelten für Inzestopfer typische Störungen wie chronische Depressionen, Selbstverletzungen oder Selbstmordversuche.

Doch Chloé, Claire, Marie, Sarah und Michèle haben es geschafft, ihr Schweigen zu brechen und für sich einzustehen. Sie sehen sich heute nicht als Opfer – sie bezeichnen sich als Überlebende, als Kämpferinnen. Ihre stärkste Waffe ist das Wort.

SRF DOK, 16.09.2021, 20:05 Uhr

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Meisser  (Reto Meisser)
    ich leide heute immer noch durch den Missbrauch der Eltern.Auch ich wurde ausgeschlossen aber ich habe überlebt wie im Buch sie nannten mich es.
    Aber alle schauten fort.
    Leider geschieht das heute noch viel zu viel. Unsere Gesetzte schützen immer noch die Täter da man mit Täter viel Geld verdienen kann.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    kinderschutz.ch

    Mein Körper gehört mir!»
    4–6 Jahre
    Ein Präventionsangebot für die Kindergartenstufe.

    Mein Körper gehört mir!»
    7–9 Jahre
    Präventionsangebot sexueller Gewalt für die Primarstufe.

    Mein Körper gehört mir!»
    14–16 Jahre
    «Love Limits»
    Präventionsangebot für Jugendliche

    Diese Angebote sollten im Kindergarten und in der Schule obligatorisch sein.
  • Kommentar von Katharina Studer  (gino)
    Ein Bruder meiner Mutter verlangte es von mir. Ich dachte einfach, er habe mich als NIchte gern, bis er mehr wollte und sich auch nahm was er wollte.