Plötzlich arm

  • Mittwoch, 21. August 2013, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 21. August 2013, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 26. August 2013, 11:10 Uhr, SRF 1
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Seit der Wirtschaftskrise und dem Banken-Crash fallen immer mehr Menschen in den USA durch das dünne soziale Netz und verlieren alles. Das trifft zunehmend auch Familien, die sich in Sicherheit wähnten.

Rund um Disney World in Florida sind viele Motels nicht mehr wie früher von Touristen besetzt, sondern von amerikanischen Mittelstands-Familien, die aus ihren Häusern vertrieben wurden. 1800 Kinder leben mit ihren Familien in Hotelzimmern. Wenn das Geld nicht mehr reicht, müssen die Kinder wieder raus aus der Schule, und die Familien ziehen in das nächst biligere Motel weiter. So wie Larry und seine Familie: Vor drei Jahren war Larry noch Leiter eines grossen Kundenservicecenters. Dann verlor den Job und schliesslich das Haus. Seither mietet sich Larry mit seiner Familie in Billighotels ein. Er arbeitet für Disneyworld in Florida, wo er 228 Dollar pro Woche verdient.

Dabei haben junge Wirtschaftsnomaden wie Larry und seine Familie noch Glück, denn für Kinder vieler anderer Familien bleibt nur noch der Schlafplatz bei «Mum» im Auto. So wie bei Amber. Nacht für Nacht sucht sie einen sicheren Parkplatz, auf dem sie mit ihren zwei Kindern im Auto übernachten kann. Eigene vier Wände hat sie keine mehr. Ambers Ehemann arbeitet als Tagelöhner 3000 Kilometer von ihnen entfernt.

Terry wohnt mit seiner Frau und seinen sechs Kindern seit zwei Jahren im Hotel. Vor dem sozialen Abstieg ist es der Familie gut gegangen. In seinem «anderen Leben» – wie es Terry nennt – verdiente er als Manager in der Autoindustrie nicht schlecht. Dann wurde sein Job eingespart und er stand plötzlich vor dem Nichts. Die Familie musste nach dem Verlust von Job und Haus die letzten Ersparnisse für Hotelzimmer ausgeben. Heute arbeitet er in einer Teilzeitstelle für acht Dollar in der Stunde.

Doch sie alle haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben und glauben fest daran, dass eines Tages der Amerikanische Traum für sie wieder Wirklichkeit wird.

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