Sex, Business und Politik

  • Mittwoch, 4. Februar 2015, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 4. Februar 2015, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 5. Februar 2015, 5:16 Uhr, SRF 1
    • Montag, 9. Februar 2015, 11:17 Uhr, SRF 1
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Dominique Strauss-Kahn war einer der mächtigsten Männer der Welt und wurde als nächster Präsident Frankreichs gehandelt. Als ihm ein Zimmermädchen in New York einen sexuellen Übergriff vorwirft und kurz darauf seine – offenbar regelmässigen – Sex-Orgien aufflogen, war deshalb die Empörung gross.

Ein Film von Vanina Kanban

In Lille findet jetzt der Prozess in Sachen Strauss-Kahn statt. Was dem Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeworfen wird, ist in der Geschäftswelt offenbar gang und gäbe: Guten Vertragsabschlüssen gehen nicht selten Sexpartys voraus, die die Kunden willig stimmen sollen. Dieser Film zeigt, wie mittels Edelprostituierten Geschäfte abgeschlossen, Politiker in Verruf gebracht und sogar nationale Interessen gefördert werden.

Geht es um Sex in der Geschäftswelt, ist Diskretion besonders wichtig, vor allem für Kaderleute. Inzwischen pensioniert, verrät Michel Jack Chausseuil, ehemaliges Kadermitglied des Mirage-Herstellers Dassault die Tricks, mit denen er und seine Kollegen potentielle Kunden überzeugten, ihre Flugzeuge zu kaufen. Erste Technik: Sie in die besten Restaurants einladen und ihnen die edelsten Weine offerieren. Um Geschäfte zu machen, verwöhnte Chasseuil seine Kunden nicht nur mit exquisiten Weinen. Er hatte noch eine intimere Waffe. Wie jeder weiss, ging es in diesen besonderen Verträgen für Militärflugzeuge natürlich um Geld, Frauen und Bestechung. Alles war erlaubt.

Doch nicht nur Geschäftskunden werden solche Geschenke gemacht. Auch Politiker werden auf diese Weise geködert. David Roquet kennt das Repertoire zur Pflege guter Beziehungen mit den Lokalpolitikern. Er arbeitete 20 Jahre im Kader in der Baubranche und hatte ständig mit Politikern zu tun. Doch eines Tages wurde er in eine explosive Geschichte verwickelt, aus der ein Riesenskandal wurde, der grösste dieser Art in Frankreich: die Affäre Strauss-Kahn. Zwischen 2009 und 2011 organisierte er ein Dutzend exquisite Partys für Dominique Strauss-Kahn, davon drei in Washington, wo der damalige IWF-Chef lebte.

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