Spurlos verschwunden – Die Rache des Matthias S.

Am 30. Januar 2011 entführt Matthias S. seine beiden Töchter Alessia und Livia. Kurz darauf begeht er Suizid. Von den Töchtern fehlt seither jeder Spur. Die Mutter Irina erzählt im Film ausführlich die Hintergründe des Dramas.

Ein Film von Olivier Kohler, Jacob Berger und Romaine Jean

Was genau ist passiert im Januar 2011? Der Dokumentarfilm rekapituliert nochmals ausführlich den Ablauf der dramatischen Ereignisse. Er zeigt, wie der Matthias S. sich vom liebevollen Vater zum brutalen Pedanten wandelte. Wie daran die Ehe zerbrach. Und wie Matthias S. schliesslich aus Rache seine Zwillingstöchter entführte.

Die Mutter Irina L. erzählt im Film, wie sie sich bereits Monate vor der Entführung vergeblich gegen die Gewalt ihres Ex-Gatten wehrte. Sie zeigt Bilder aus glücklichen Tagen, schildert, wie das Eheglück nach und nach verschwindet und ihr Gatte ein neues, vorher unbekanntes Gesicht zeigt. Und sie erzählt, wie ihr Alarm, Matthias S. habe die beiden Töchtern entführt, von der Polizei zuerst kaum ernst genommen worden sei. Dadurch sei wertvolle Zeit verstrichen – falls die Polizei schneller gehandelt hätte, ist sie überzeugt, hätte man ihre Kinder gefunden. Die Polizei weist im Film die Vorwürfe zurück und erklärt, sie habe effizient und professionell gehandelt.

Bis heute fehlt jede Spur von den beiden Kindern. Irina L. hofft nach wie vor auf Hinweise – deshalb hat sie ausdrücklich um Publikation von Bildern der beiden verschollenen Kinder gebeten.

Irina L. hat zudem im Film mitgemacht, weil sie überzeugt ist, die Behörden müssten sensibilisiert werden. Immer wieder würden sich ähnliche Fälle ereignen, immer wieder käme es zu Gewalt in Familien. Viele Dramen, ist sie überzeugt, könnten vermieden werden, wenn die Behörden adäquater reagieren würden.

Der Film «Das Verschwinden» ist die erste von drei Sendungen, die in enger Zusammenarbeit zwischen RTS, RSI und SRF produziert werden. Die zweite Sendung wird neue Hintergründe zur Entführung der zwei Schweizer in Libyen zeigen (6.März). Die dritte Sendung, teilweise als sogenannte Doku-Fiction konzipiert, widmet sich dem Bankgeheimnis. Sie wird am 4. April ausgestrahlt – der Titel lautet «Der schmerzvolle Abschied».