Sturm in den Anden

  • Mittwoch, 6. April 2016, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 6. April 2016, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 7. April 2016, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 11. April 2016, 11:15 Uhr, SRF 1
Video «Sturm in den Anden» abspielen
Video nicht mehr verfügbar

Josefins Tante war Terroristin. Diese hiess Augusta La Torre und gründete in Peru die Terrororganisation «Leuchtender Pfad» (Sendero Luminoso) – zusammen mit ihrem Ehemann Abimael Guzman. Josefin lebt heute in Schweden und hat einiges von ihrer Familiengeschichte erfahren, doch längst nicht alles.

Ein Film von Mikael Wiström

Josefin Ekermann reist nach Peru und stellt sich der dunklen Vergangenheit ihrer Verwandten. In Peru finden in wenigen Tagen Präsidentschaftswahlen statt. Die wichtigsten Themen für die Bevölkerung sind Wirtschaftsentwicklung, öffentliche Sicherheit und Korruptionsbekämpfung. Auch wenn die Terrororganisation Leuchtender Pfad offiziell als besiegt gilt, die Bevölkerung hat lange unter dieser Schreckensherrschaft und auch unter dem Militär gelitten. Vergessen ist vieles noch nicht. Zudem halten sich Splittergruppen des Sendero Luminoso bis heute, vor allem in Gebieten, in denen Koka angebaut wird. Ein Kommandounternehmen der Regierung befreite letztes Jahr Geiseln aus den Fängen des Leuchtenden Pfads; der Organisation, die es offiziell gar nicht mehr gibt.

Josefin Ekermann, die junge Schwedin, macht es sich nicht einfach. Der Filmemacher Mikael Wiström begleitet sie nach Peru und bringt sie mit Angehörigen von Opfern des Sendero Luminoso zusammen. Im Zentrum steht Familie Gonzales, deren Sohn vom Leuchtenden Pfad ermordet wurde. Familie Gonzales hat diesen Verlust bis heute nicht überwunden und insbesondere Flor, die Schwester des Getöteten, stellt harte Fragen und macht Josefin Vorwürfe. Für Flor Gonzales ist Josefin aus demselben Holz geschnitzt wie ihre Terror-Tante und auch für Flor ist die Begegnung mit Josefin sehr schmerzhaft. Josefin nutzt die Reise nach Peru auch, um das unvollständige Bild ihrer Tante zu vervollständigen. Sie fragt bei Leuten nach, die ihrer Tante nahe standen, sie forscht in Archiven. Denn bis heute ist nicht klar, wie genau Augusta La Torre zu Tode kam.

Josefin will die Wahrheit erfahren. Was sie erlebt und erfährt, verändert ihr Leben für immer. Mikael Wiström hielt sich in den 70er-Jahren länger in Peru auf. In den Anden lebte er als freischaffender Fotograf mit der einfachen Bevölkerung zusammen und dokumentierte deren Leben sowie den Aufstand der Bauern gegen die Landbesitzer. Die Idee zu seinem Dokumentarfilm führt auf seine lange Verbindung mit Peru zurück.

Artikel zum Thema