Supersturm Sandy – Im Notfall Twitter

Video «Supersturm Sandy - Im Notfall Twitter» abspielen
Video nicht mehr verfügbar

Als Hurrikan Sandy Ende Oktober die Ostküste der USA heimsuchte, stürmte er auch durch die Sozialen Medien. Nie zuvor wurden Twitter, Facebook und YouTube so intensiv genutzt. Sekundenschnell stellten Augenzeugen und Schaulustige Fotos und Videos ins Netz.

Hurrikan Sandy traf die US-Ostküste mit voller Wucht. Er entwurzelte Bäume, zerstörte Stromleitungen, überflutete Häuser und U-Bahn-Stationen. Mehr als hundert Menschen kamen um, Hunderttausende verloren ihr Zuhause.

Filmaufnahmen millionenfach angeklickt

Informiert haben sich die Betroffenen vor allem über die sozialen Netzwerke - so auch der 16jährige John Mateer auf Long Island. Gewohnt, alles zu filmen und via Internet seinen Freunden mitzuteilen, dokumentierte er von seinem Wohnzimmerfenster aus den Wirbelsturm. Fassungslos beobachtete er mit laufender Kamera, wie mehrere Bäume vor seinem Haus wie Streichhölzer umgeknickt wurden. Sofort stellte er seine Aufnahmen ins Netz, wo sie millionenfach angeklickt wurden.

Der Blogger Alexander Higgins sah sich verpflichtet, seine Fan-Gemeinde von drei Millionen Personen auf YouTube zu warnen. Mit dramatischen Bildern aus seinem Wohnviertel forderte er alle auf: «Verlasst eure Häuser, solange ihr noch könnt». Ironie des Schicksals: Sein Haus mitsamt seiner elektronischen Ausrüstung wurde von Sandy zerstört. Doch er hatte Glück im Unglück. Innerhalb weniger Tage sammelten seine Freunde via Twitter 8'000 Dollars für ihn und seine Familie.

Katastrophenschutzbehörde informiert via Twitter

Auch die US-Behörden wussten um die Wichtigkeit von Social Media. Die Katastrophenschutzbehörde Fema rief dazu auf, die Online-Netzwerke zu nutzen: «Die Telefonleitungen könnten während Sandy überlastet sein. Informieren Sie Ihre Lieben per SMS oder über die sozialen Netzwerke», postete die Behörde. Und nachdem Sandy über Manhattan hereingebrochen war, war das Twitter-Konto der Feuerwehr für viele New Yorker die einzige Verbindung zur Aussenwelt. Die Social-Media-Managerin Emily Rahimi twitterte die ganze Nacht über, organisierte Hilfe und spendete Trost. Sie musste aber auch Falschmeldungen korrigieren, etwa die Behauptung, die Feuerwehrzentrale sei evakuiert worden.

Der Film zeigt klar: Die sozialen Netzwerke sind bei Naturkatastrophen wie dem Hurrikan Sandy von grosser Bedeutung. In Notfällen können sie Leben retten, aber auch gefährden. Denn Amateurfilmer auf der Jagd nach dramatischen Sturmbildern setzen sich oft unnötig Gefahren aus.