Syrien – Blutige Nachbarschaft

  • Mittwoch, 25. September 2013, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 25. September 2013, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 30. September 2013, 11:15 Uhr, SRF 1
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Schreckensnachrichten aus Aleppo oder Damaskus gehen um die Welt. Das Asi-Tal im Westen Syriens steht nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit. Doch genau hier zeigt sich in zwei Dörfern, welche schreckliche Auswirkungen der Bürgerkrieg auf die Bevölkerung noch über Generationen haben wird.

Das eine Dorf ist regimetreu und vorwiegend von Alawiten bewohnt, einer Minderheit, die dem Assad-Regime viel zu verdanken hat, und der auch der Assad-Clan angehört. Im Nachbardorf leben mehrheitlich Sunniten, die Dreiviertel der syrischen Bevölkerung ausmachen. Es ist noch nicht lange her, da hat man im Asi-Tal Feste miteinander gefeiert und die Felder miteinander bestellt. Jetzt werden die Dorfbewohner durch eine Frontlinie getrennt, die mitten durch ihr fruchtbares Tal geht. Das ganze Grauen des Bürgerkrieges zeigt sich in diesem kleinen syrischen Universum, wo auf beiden Seiten der Frontlinie geblutet, gelitten und gestorben wird, und wo die einst friedlichen Nachbarn nun einen Hass gegeneinander schüren, der noch Generationen andauern wird.

Der britische Reporter Olly Lambert verbrachte fünf Wochen im Kriegsgebiet und dokumentierte unter Einsatz seines Lebens, wie Nachbarn zu Feinden wurden. Da ist auf der einen Seite der junge Ahmed, ein Sunnit. Er war Polizist, bevor er zu den Oppositionskämpfern der Freien Syrischen Armee übergelaufen ist. Er ist bereit, als Märtyrer zu sterben, um das Assad-Regime zu stürzen und Syrien zu befreien. Auf der anderen Seite richtet Ali Ghaza, Offizier der syrischen Armee, die Waffen direkt auf Ahmeds Heimatdorf. Er ist wie Präsident Assad Alawit und genauso wie Ahmed auf der anderen Seite bereit, in den Tod zu gehen, um sein Land und die Zivilbevölkerung zu verteidigen, wie er sagt.

Olly Lambert ist mit seiner Kamera dabei, als Assads Armee ein Stadtviertel in Schutt und Asche legen und Kinder ihre Angehörigen verlieren. Die eindringliche Dokumentation lässt nur erahnen, wie viel Leid die Syrer seit nunmehr über zweieinhalb Jahren ertragen müssen. Und das Blutvergiessen geht unvermindert weiter. Assads Einlenken Mitte September 2013, den syrischen Chemiewaffenbestand unter internationale Aufsicht zu stellen und vernichten zu lassen, ändert daran nichts.